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Sonntag, 4. Januar 2009

Norwegische Kornkreise in den 1950er Jahren

Skizze der Kornkreisformation von Stange, entdeckt Ende der 1950er Jahre | Copyright: cropcirclesnorway.com

Stange/ Norwegen - Wie in vielen anderen Ländern, in denen auch heute noch Kornkreise entdeckt werden, so sind die mysteriösen Muster in den Getreidefeldern auch in Norwegen nicht nur ein Phänomen unserer Tage, sondern schon vielen Jahrzehnten bekannt.

Aktuell zeigt dies erneut die Erinnerung einer Zeugin, die - in der Öffentlichkeit anonym bleibend - ihre Geschichte nun der norwegischen Kornkreisforscherin Eva-Maria Brekkesto von der norwegischen Forschungsgruppe "Norsk Kornsirkelgruppe" (CropCirclesNorway.com) erzählt hat.

Die Zeugin erinnert sich an die Entdeckung der kleinen Formation aus drei Kreisen während der Ernte in einem August Ende der 1950er Jahre, auf einem der Felder ihres Vaters auf der Sorum Farm nahe Stange in der Provinz Hedmark. Obwohl die Zeugin selbst damals erst sechs Jahre alt war, habe die Entdeckung auf sie einen derart starken Eindruck gemacht, dass sie sich auch heute immer noch gut daran erinnern kann.

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Gemeinsam mit ihrem Vater und einem Farmarbeiter war sie auf dem Feld, als eine geliehene Erntemaschine getestet wurde. Bei dieser Arbeit wurden plötzlich drei niedergewirbelte Kreise im Getreide entdeckt. Zwei der Kreise hatten einen Durchmesser von 1,5 Metern; einen Umstand, an den sich die Zeugin deshalb besonders gut erinnern mag, da sie - mittig im Kreis liegend - mit beiden ausgestreckten Armen dessen Ränder, also das darum herum stehende Korn, gerade noch berühren konnte. In der Nähe der beiden kleineren Kreise fand sich ein dritter, etwa drei Mal so großer Kreis. Damals merkte sie sich deren Anordnung, in dem sie den großen Kreis mit dem Kopf - die beiden kleinen Kreise mit den Füßen eines Mannes verglich. Die Kreise waren also offenbar in einem Dreieck angeordnet (s. Skizze).

Die Kreise, so erinnert sich die Zeugin, waren kreisrund und die Getreidepflanzen sauber angeordnet, in schönen Wirbeln um ein Zentrum in der Mitte der Flächen niedergelegt - ganz so also, wie man es auch noch von heutigen Kornkreisen kennt.

Umso interessanter klingt ihre Geschichte, als dass ihr Vater ob dieser Kreise sich offenbar nicht all zu sehr erstaunt zeigte, und ihr sogar erklärt habe, dass es sich um "Akersirkler" oder "Akerringer" (Ackerkreise/Ackerringe) handele, ein Phänomen, mit dem er durchaus vertraut zu sein schien.

Bücher zum Thema:

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Der deutsche Kornkreisforscher und Sachbuchautor Andreas Müller (Kornkreise-Forschung.de) hat sich u. a. auf die Erforschung und Dokumentation "historischer Kornkreisberichte" spezialisiert. Für ihn stellt der "neue" Bericht aus Norwegen keinen Einzelfall dar: "Jene Phänomene, die wir heute als 'Kornkreise' kennen, sind bei Weitem nicht nur Erscheinungen unserer Tage, wie dies Skeptiker immer wieder gerne kolportieren. Anhand historischer Quellen können wir Kornkreise schon vor Jahrhunderten nachweisen. Schon damals hatten diese Phänomene ihre eigenen, lokal variierenden, Namen und wurden unterschiedlich erklärt - und das auch in Skandinavien. In ihrer 'Krönika om Äsbro' ('Eine Chronik von Äsbro'; Bokförlaget Libris, Örebro 1990) beschreibt die schwedische Heimatforscherin Annemarie Hellström folgendes:

'1926 erzählte August Isaksson Gustav Olsson in Ulma von den 'Elfentänzen': An den Seeufern wo der Wald zum See übergeht, konnte man die 'Elfentänze' sehen. Es handelte sich um kreisrunde Plätze, wo die Gräser wie zu einer Scheibe niedergetreten waren. Das waren Elfen die hier getanzt haben. Am See Tisaren habe ich einen gesehen. Es hieß, es sei es sei gefährlich und man könne krank werden, wenn man durch einen hindurch liefe oder einen solchen Ort beschädige.'

Da die Vegetation in den Kreisen deutlich wie heute niedergelegt/niedergedrückt war, handelt es sich also nicht um die berühmten "Hexenringe" wie sie von Pilzen verursacht werden und zuerst grünere und dann verdorrte Kreise und Ringen in Wiesen und Feldern entstehen lassen können.

Wie der "Mähende Teufel" in diesem Holzschnitt von 1678 aus Südengland, waren es auch anderen Ortes oft übernatürliche Wesen, die für die damaligen Kornkreise verantwortlich gemacht wurden | Quelle: kornkreise-forschung.de

Auch in Schweden und Norwegen, wie auch in zahlreichen anderen Ländern, waren die heutigen 'Kornreise' also auch schon früher bekannt. Sie wurden selbst von der Landbevölkerung, die mit den vielfältigen sonstigen Naturphänomenen und Naturerscheinungen bestens vertraut waren, als etwas Ungewöhnliches betrachtet und sodann auch mit oft übernatürlichen oder übersinnlichen Vorstellungen erklärt. Die Aliens von heute, sind also vielleicht nur die Elfen, Feen und Teufel von damals. Was neben der soziologisch und kulturhistorisch geprägten individuellen und oft sehr eigenen Interpretation dieser Entdeckungen bleibt, sind die schon damals existenten, realen Phänomene, auf die sich die seriöse Kornkreisforschung von heute - trotz zahlreicher Fälschungen - konzentriert."

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Quellen: cropcirclesnorway.com / grenzwissenschaft-aktuell.de / kornkreise-forschung.de
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