Archiv: Homöopathische Globuli | Copyright: grewi.deLondon/ England - Britische Homöopathie-Gegner haben in der Kampagne "10:23" zusammengefunden, um am heutigen Samstag englandweit öffentlich Überdosen eines homöopathischen Arzneimittels einzunehmen. Da die Aktivisten selbst keine Nebenwirkungen der Einnahme befürchten, wollen sie mit dieser Aktion Drogerien und Apotheker, vornehmlich die Drogeriekette "Boots", dazu auffordern, den Verkauf homöopathischer Mittel einzustellen.
Bei der Aktion wollen die britischen Anti-Homöopathie-Aktivisten, die auch von Kollegen in Australien und Kanada unterstützt werden, jeweils 84 Globuli-Kügelchen des Mittels "Arsenicum album" schlucken - ein Mittel, dass unter anderem zur Behandlung von Lebensmittelvergiftungen und Ruhelosigkeit und Lebensmittelvergiftungen eingesetzt wird.
Laut homöopathischer Lehre, sollte eine Überdosierung eines homöopathischen Arzneimittels genau jene Beschwerden hervorrufen, gegen die sie beim Kranken eigentlich eingesetzt werden.
Welche Nebenwirkungen die Aktivisten erwarten bzw. nicht erwarten, geht aus den Informationen zur Kampagne auf "1023.org.uk" jedoch ebenso wenig hervor, wie Informationen zu der Frage, inwieweit der öffentlichkeitswirksame Test wissenschaftlich-medizinisch begleitet wird, um auch potentiell einsetzende Nebenwirkungen die sich nicht in äußerlichen und unmittelbar einsetzten Symptomen äußern, nachzuweisen.
Die britische Homöopathische Vereinigung (British Homeopathic Association, BHA) nennt die Aktion unverantwortlich: "Zu behaupten, dass die Einnahme einer Überdosis eines Medikaments ein geeigneter Weg sei, um dessen Unwirksamkeit zu testen, stellt eine extrem gefährliche Botschaft an die Öffentlichkeit dar", so die Organisation auf ihrer Internetseite "britishhomeopathic.org". Zudem offenbare die Aktion das Unverständnis der Teilnehmer bezüglich einer sachgemäßen Auswahl und Anwendung homöopathischer Arzneimittel.
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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / 1023.org.uk / britishhomeopathic.org
