Dienstag, 1. April 2008

Heilender Steinkreis: Neue Ausgrabungen in Stonehenge

Die heutige Ansicht von Stonehenge | Copyright: Frank Laumen

Stonehenge/ England - Seit 40 Jahren wurden im Innern des gewaltigen Steinkreises von Stonehenge in der südenglischen Grafschaft Wiltshire keine Ausgrabungen mehr durchgeführt. Seit gestern wird wieder mit dem Ziel gegraben, einige der grundlegenden Rätsel um die megalithische Anlage zu lüften und eine vermeintliche neue Theorie zu überprüfen.

Wie die BBC berichtet, sollen die Grabungsarbeiten etwa zwei Wochen andauern und unter anderem dazu dienen, die Bauphasen und Bauzeiten des in verschiedenen Etappen errichteten und immer wieder veränderten Steinmonumentes genau zu bestimmen. Zudem sollen die sogenannten Blausteine (Bluestones) genauer untersucht werden. Die Tatsache, dass diese tonnenschweren Felsquader extra aus dem, für damalige Verhältnisse, weit entfernten westlichen Wales hebei transportiert wurden, sehen die leitenden Archäologen als Hinweis darauf, dass den Steinen magische und/oder heilender Wirkung zugesprochen wurde und Stonehenge einst auch zu diesen Zwecken errichtet worden war.

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Geleitet werden die von der BBC finanzierten Grabungen vom anerkannten Stonehenge-Experten Professor Tim Darvill von der University of Bournemouth und von Professor Geoff Wainwright von der Gesellschaft für Altertümer (Society of Antiquaries). Die Wissenschaftler glauben, dass Stonehenge eine neolithische Pilgerstätte - vergleichbar mit dem heutigen Lourdes - war. Zu diesem Schluss kommen die Archäologen aufgrund von Skelettfunden in der Umgebung des Monuments. Diese zeigen deutliche Hinweise auf frühgeschichtliche Schädel-Operationen, gebrochene Knochen und verwendete Gehhilfen. Anhand neuster Untersuchungen konnte zudem nachgewiesen werden, dass viele dieser Menschen offenbar weite Entfernungen zurückgelegt hatten, um nach Stonehenge zu gelangen. Hinzu gebe es Indizien dafür, dass den aus den 250 Kilometer entfernten Preseli-Bergen stammenden Blausteine schon zur Bauzeit Stonehenges magische Heileigenschaften nachgesagt wurden.

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Ursprünglich bestand der Stonehenge-Steinkreis alleinig aus den kleineren Blausteinen, die hier in einem Kreis angeordnet waren. Diese Anordnung ist heute nicht mehr zu erkennen, da das Monument in den folgenden Jahrhunderten immer wieder verändert und unter anderem durch die gewaltigen Steintore, den so genannten Trilithen, ergänzt wurde. Bislang glauben Archäologen, dass die erste Phase ca, 2550 v. Chr. errichtet wurde. Die neuen Ausgrabungen sollen nun eine genauere Datierung ermöglichen.

HIER finden Sie eine Computeranimation über die Bauphasen von Stonehenge

Ganz so neu, wie es der Trailer zur BBC-Sendung "Stonehenge - The Healing Stones" aus der Doku-Reihe "Timewatch" beansprucht, ist die Theorie um Stonehenge als frühgeschichtliches heil-magisches Zentrum allerdings nicht. Zahlreiche alternative Autoren (Stichwort: Orte der Kraft), die zuvor oft belächelt wurden, haben diese Theorie und Sichtweise bereits lange zuvor auf die ein oder andere Weise diskutiert, beliben nun jedoch (leider) ungenannt. Mit den so genannten akademischen Weihen ausgestattet, wird diese Theorie jetzt offenbar hoffähig und findet plötzlich ein internationales Medienecho.

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Quellen: bbc.co.uk / grenzwissenschaft-aktuell.de

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA:

Neue Theorie: Stonehenge als rituelle Kampfarena
, 8. März 2008
Stonehenge-Tunnel wird nicht gebaut
, 23. November 2007
Siedlung der „Erbauer von Stonehenge“ erweist sich als neolithische „Großstadt“
, 9. November 2007
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, 24. August 2007
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, 9. Juli 2007
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