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Samstag, 13. September 2008

CERN: Hacker offenbaren Sicherheitslücken am LHC

Die Magneten des LHC-Teilchenbeschleunigers am CERN | Copyright: cern.ch

Genf/ Schweiz - Schon am vergangenen Mittwochen haben Computeracker das Betriebssystem des neuen Teilchenbeschleunigers LHC am Europäischen Kernforschungszentrum CERN geknackt und offenbaren damit gravierende Sicherheitslücken an der größten wissenschaftlichen Maschine, die je gebaut wurde.

Laut einem Bericht der englischen Tageszeitung "Daily Telegraph" haben die virtuellen Angreifer, die sich selbst als "GST: Greek Security Team (Das Griechische Sicherheitssystem)" bezeichnen, in den CERN-Rechnern zudem eine ebenfalls in Griechisch verfasste Nachricht hinterlassen, in der sie sich über das Sicherheitssystem der Anlage lustig machen und die Techniker als "Schüler" bezeichnen.

Zugleich beteuert die Botschaft der Hacker, dass der Zugriff keinen Schaden verursachen oder gar die geplanten und umstrittenen Experimente des LHC sabotieren wollte. Vielmehr wollen die Hacker auf die Sicherheitslücken und damit verbundenen Risiken der Anlage hinweisen. Abschließend erklärte die CST-Nachricht: "Wir sind 2600 - also legt Euch nicht mit uns an."

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Laut "Telegraph", der sich auf Insiderinformationen beruft, haben die Hacker die Zugangsseite "cmsmon.cern.ch" lahmgelegt und sollen nur einen Schritt vom Zugang zum Kontrollsystem einer Detektoreinheit CMS des LHC entfernt gewesen sein. Mit dem CSM-Detektor erhoffen sich die Wissenschaftler anhand der Kollision von Protonen die Entstehung der ersehnten Higgs-Teilchen nachweisen zu können- ein Hauptziel der LHC-Experimente.

CERN-Sprecher James Gillies bestätigte den Angriff, unterstrich jedoch erneut, dass keine weiteren Schäden verursacht worden seien, da der Angriff schnell genug erkannt worden sei.

Tatsächlich soll es den Hackern jedoch gelungen sein, zahlreiche Dateien auf die CERN-Rechner zu laden - nicht zuletzt eine sogenannte "Backdoor" (Hintertür), die es ermöglicht, unter Umgehung der normalen Zugriffssicherung Zugang zum Zielcomputer zu erhalten.

Auch die "Computing and Network Infrastructure for Controls"-Gruppe am CERN spricht laut "Telegraph" nach den Ereignissen vom vergangenen Mittwoch von Sicherheitsproblemen der CERN-internen Computersysteme. Zu einer öffentlichen Stellungsnahe war die Gruppe bislang jedoch noch nicht bereit.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / telegraph.co.uk
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