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Samstag, 21. März 2009

Außerirdische Bakterien in Alpaka-Kot?

Ein Alien auf Erden? Das Bakterium Deinococcus radiodurans | Copyright: Public Domain

Oberwölbling/ Österreich - Im Kot seiner Alpaka-Kamele stieß Heinz Oberhummer, Astrobiologe im Ruhestand, auf eine besondere Entdeckung: "Deinococcus radiodurans", so der Name des bislang robustesten bekannten Bakteriums auf der Erde. Seine extreme Widerstandsfähigkeit selbst gegenüber hoher radioaktiver Strahlung lässt die Forscher darüber spekulieren, ob die Mikroben ursprünglich aus dem All auf die Erde kamen.

Wie die Lokalsendung "Unser Land" des Bayrischen Rundfunks (BR) in einem Beitrag am 27. Februar 2009, berichtete, sorgt die extreme Widerstandsfähigkeit und Strahlungsresistenz des nicht nur im Alpaka-Kot vorkommenden Bakteriums unter Wissenschaftlern - und dabei gezielt unter Exobiologen, die sich mit der Möglichkeit außerirdischen Lebens beschäftigen - für Spekulationen über seine mögliche außerirdische Herkunft.

Deinococcus radiodurans gehört zu den so genannten extremophilen Organismen, die sich extremen Umweltbedingungen angepasst haben, die im allgemeinen als lebensfeindlich gelten - zumindest nach den Maßstäben des uns bekannten irdischen Lebens.

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Haben etwa Menschen einen LD-Wert, also jener Strahlendosis, bei der ohne medizinische kaum Überlebenschancen mehr bestehen, von rund 7 Gray (Gy), so liegt diese Schwelle bei Deinococcus radiodurans bei erstaunlichen 10.000 Gy. Hauptverantwortlich für die extreme Resistenz gegen ionisierende Strahlung ist die Fähigkeit, defekte DNA außergewöhnlich effizient und schnell zu reparieren. Bislang sind die molekularen Gegebenheiten, die diese ungewöhnliche Reparaturleistungen ermöglichen, noch immer nicht hinreichend aufgeklärt. Zusätzlich verfügt das Bakterium über eine sehr starke Zellwand, die es auch vor schädlicher UV-Strahlung schützt.

Wie Wikipedia.de erläutert, ist aus diesen Gründen Deinococcus radiodurans von großem Interesse für Exobiologen, da es denkbar ist, dass derartige Organismen verborgen in Meteoritgesteinen unversehrt weite Reisen durch das Weltall überleben könnten und somit erst auf die Erde gelangt sind - eine Hypothese der Lebensentstehung auf der Erde, die als "Panspermie" bekannt ist.

Im BR-Beitrag vertritt auch Professor Heinz Oberhummer, der bis vor wenigen Jahren noch an der TU Wien gelehrt hatte, diese Möglichkeit: "Die extreme Widerstandsfähigkeit hätte aber sehr wohl einen Sinn, wenn das Bakterium durch den Weltraum geflogen wäre. In einem Meteor zum Beispiel, denn dort herrscht radioaktive Strahlung. Das heißt, die einzige Erklärung, warum dieses Bakterium so resistent ist gegenüber radioaktiver Strahlung, wäre, dass sich das Leben von einem Planeten zum anderen durch solche Bakterien fortgepflanzt hat."

Neben seiner möglichen außerirdischen Herkunft fasziniert Deinococcus radiodurans zudem auch die Informationstechniker, die in den widerstandsfähigen Eigenschaften des Bakteriums Vorteile sehen, die Mikroorganismen als resistente Datenspeicher zu nutzen. Derzeit forschen Wissenschaftler nach einem Weg, wie sie Daten in Form künstlicher DNA in den Bakterien speichern und auch wieder abrufen können. Erste Erfolge konnten US-amerikanische Informatiker präsentieren, die den Text des englischen Kinderliedes "It's a Small World" in einen genetischen Code übertrugen und die entsprechende DNA-Sequenz in die Gene der Bakterien eingeschleust hatten. Tatsächlich ließen sich noch nach rund hundert Bakteriengenerationen die Strophen in unveränderter Form mit üblicher Sequenziertechnik wieder auslesen. Die eingebrachte Information wurde also stabil abgespeichert und zusätzlich durch die Vermehrung der Bakterien ihre Redundanz erhöht.

Wie und warum das extreme Bakterium allerdings in den Kot der Kameltiere gelangt ist, konnte bislang noch nicht geklärt werden...

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / br-online.de / wikipedia.de
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