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Freitag, 8. Mai 2009

Vision Exobotanik: Blumen auf Jupitermond Europa?

Archiv: Arktischer Mohn | Copyright: Ansgar Walk/GNU FDL

Cambridge/ USA - Der Physiker und Zukunftsforscher Freeman Dyson hat die Wissenschaftsgemeinde dazu aufgerufen, außerirdisches Leben besonders in Form von Blumen zu suchen, wie sie ähnlich auch in den arktischen Regionen der Erde vorkommen, selbst wenn die Umweltbedingungen für irdische Verhältnisse extrem wären. Als potentielle Ziele einer solchen exobotanischen Expedition nannte er eisige Monde oder Kometen im äußeren Sonnensystem.

Es gäbe unter den Theoretikern auf dem Feld der Suche nach außerirdischem Leben die Tendenz, Wahrscheinlichkeiten zu schätzen, kritisiert Dyson. Meist lägen diese Vermutungen jedoch falsch. Den Grund für diese Fehlschläge zu benennen, fällt Dyson indes nicht schwer: "Wir hatten niemals so viel Phantasie wie die Natur."

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Raumschiffe, so zitiert der "NewScientist" den Visionär, sollten beispielsweise auf dem eisbedeckten Jupitermond Europa nach Leben suchen, da man es hier auch relativ einfach finden könnte. So bekannt sich diese Theorie anhört, Dyson spricht nicht davon, mit einem aufwendigen Bohrkopf den bis zu 100 Kilometer dicken Eispanzer des Mondes zu durchstoßen, um in dessen vermutlich darunter vorhandenen Ozean nach Leben zu suchen. Dyson hat die markanten Risse und Spalten in Europas Eispanzer vor Augen, deren Oberfläche mit Satellitensonden nach Zeichen von Leben abgesucht werden sollten.

Entsprechendes Leben könnte sich hier beispielsweise ein Form von Blumen entwickelt haben, die mit parabolförmigen Blüten das schwache Sonnenlicht einfangen. Ähnliche Blumen gibt es auch in den arktischen Klimazonen der Erde und auch hier nutzen sie durch ihre Blütenform das bestmögliche Maximum an Sonnenenergie.

Jupitermond Europa | Copyright: NASA

Ein Beispiel hierfür ist der so genannten Arktische Mohn (s. Abb.), dessen Blütenblätter einem Solarkollektor gleich geformt sind, so dass sie die Sonnenstrahlen einfangen und auf die Fruchtknoten im Blütenzentrum reflektieren. Dabei wenden sich die Blütenköpfe - ähnlich wie Sonnenblumen - der Sonne rotierend zu und lassen deren Strahlen immer in optimalem Einfallswinkel stehen. Auf diese Weise gelingt es der Pflanze, die Temperatur zu steigern und die Samenreifung in kürzester Zeit zu ermöglichen – im kurzen arktischen Sommer ist diese Fähigkeit Grundvorraussetzung für das Überleben der filigranen Blümchen.

Mögliche Blumen auf Europa könnten laut Dyson durch das Phänomen der "Retroreflexion" gefunden werden, wenn Licht durch einen Reflektor großteils wieder in Richtung seiner ursprünglichen Quelle zurückreflektiert wird - ein Effekt, wie er etwa beim Aufleuchten von Tieraugen im Scheinwerferlicht oder von Katzenaugenreflektoren bekannt ist.

Neben Jupitermond Europa sieht Dyson auch andere Himmelskörper als potentielle Heimatwelten für außerirdische Fauna. Solange die Pflanzen auch aus dem Untergrund Nährstoffe beziehen können, wären ihrer Ausbreitung eigentlich keine Grenzen gesetzt. Selbst im Kuipergürtel (einer scheibenförmige Region aus schätzungsweise mehr als 70.000 Objekten von mehr als 100 Kilometern Durchmesser, außerhalb der Neptunbahn) oder in der Oortschen Wolke (dem postulierten Ursprungsort langperiodischer Kometen) könnten sich Pflanzen entwickelt haben. Da sie hier zudem geringeren Gravitationskräften unterworfen wären, könnten sie auch leicht ihre Größe gesteigert haben, um so das ferne Sonnenlicht noch effektiver einzufangen.

Vielleicht bestätigen sich Dysosn Exobotanik-Visionen schon ab 2026, wenn die europäische und US-amerikanische Raumfahrtagenturen ESA und NASA gemeinsam Sonden zum Jupitersystem schicken wollen, die dann auch Europa eingehend untersuchen sollen.

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