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Montag, 3. August 2009

Kometen bargen einst flüssige Wasserozeane

Der Komet Temple 1 | Copyright: NASA

Cardiff/ Wales - Während der ersten Millionen Jahre nach ihrer Entstehung können Kometen in ihrem Innern gewaltige Mengen flüssigen Wassers beinhaltet und somit eine weitaus wichtigere Rolle für die Entstehung des Lebens gespielt haben, als bislang angenommen.

Zusammen mit den enormen Mengen organischen Materials, welches bereits in Kometen nachgewiesen werden konnte, stellten die frühen Kometen die ideale Umwelt für primitive Bakterienformen dar, so das Team um Chandra Wickramasinghe, Max Wallis und Drs Janaki vom "Cardiff Centre for Astrobiology" in einem Artikel, der im Fachmagazin "Astrobiology".

In ihrer Studie haben die Forscher die Wärmegeschichte von Kometen nachgezeichnet, nachdem diese sich vor rund 4,5 Milliarden Jahren aus interplanetarem Staub geformt hatten.

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Basierend auf der Vorstellung, dass sich unser Sonnensystem aufgrund von Schockwellen einer nahe gelegenen Supernova anfing zu formen, welche zugleich radioaktives Material wie etwa Aluminium-26 in das frühe Sonnensystem einbrachte und dieses auch und gerade in den sich formenden Kometen gebunden wurde, glauben die Forscher, dass dieses radioaktive Material das ursprünglich gefrorene Wasser im Innern der Kometen erwärmt und zu Ozeanen unterhalb der gefrorenen Oberflächenkrusten verflüssigt habe. Diese, so die aktuellen Berechnungen, könnten ihren flüssigen Zustand mehr als eine Million Jahre erhalten haben, bevor sie erneut nach und nach zufroren.

"Unsere ausführlichen Berechnungen lassen wenig Zweifel daran, dass ein Großteil der rund 100 Millionen Kometen in unserem Sonnensystem einst einen Kern aus flüssigem Wasser hatten", so Professor Wickramasingh.

Auch heute noch könnten Kometen, wenn sie sich dem inneren Sonnensystem und somit mehr und mehr der Sonne nähern, teilweise innerlich wieder auftauen. Es gäbe Beweise für derartige Schmelzprozesse in jüngeren Aufnahmen des Kometen "Tempel 1", wie sie noch 2005 von der Sonde "Deep Impact" gemacht werden konnten.

Das Vorhandensein von flüssigem Wasser im Innern von Kometen stelle ein weiteres Indiz für eine mögliche Verbindung zwischen dem irdischen Leben und Kometen dar. Auch Wickramasingh gehört zu den Pionieren der sogenannten Panspermie-Theorie, nach der die Saat des Lebens im Innern von Kometen auf die junge Erde gebracht wurde.

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