Freitag, 23. Juli 2010

Wasser auch im Innern des Mondes

Blick auf den Mond aus dem Erdorbit heraus | Copyright: NASA

Knoxville/ USA - Nachdem im vergangenen Herbst US-Wissenschaftler Wasser in den oberen Schichten des Mondboden nachweisen konnten und damit die lange gehegte Vorstellung vom Mond als staubtrockener Ödnis au den Kopf stellten (...wir berichteten), belegt nun eine Folgestudie, dass "Mondwasser" nicht nur in deutlich größerem Umfang auf dem Mond verteilt ist, sondern auch nicht nur im Boden der Mondoberfläche gebunden ist, sondern sich auch in dessen Innern findet.

Das Vorhandensein von Wasser im Innern des Mondes vergleichen die Forscher um
Larry Taylor und Yang Liu von der "University of Tennessee" mit Wasser, wie es auch innerhalb vulkanischer Systeme auf der Erde zu finden ist. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen haben die Wissenschaftler aktuell im Fachmagazin "Nature" veröffentlicht.

Im Gegensatz zu dem Wasser, das in den oberen Schichten des Mondbodens gebunden ist und das wahrscheinlich durch das Zusammenspiel des Sonnenwindes mit dem Mondboden entsteht (...wir berichteten), glauben die Forscher, dass das Wasser im Innen des Mondes einer gänzlich anderen "Quelle" entspringt. Wie es jedoch ins Innere des Erdtrabanten gekommen ist, ist bislang noch gänzlich unklar. Möglicherweise stammt das Wasser von Kometen oder noch aus der Zeit, als der Mond selbst entstand.

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Auf die Spur des Mondwassers gelangten die Wissenschaftler durch den Nachweis von Vulkanismus auf dem Erdtrabanten vor rund vier Milliarden Jahren, da auch die Dynamik irdischer Vulkane von Wasser angetrieben wird. Auf dieser Grundlage untersuchten die Forscher Basaltgestein, das 1971 von der "Apollo 14"-Mission zur Erde gebracht worden war. Eine spektrometrische Analyse am "California Institute of Technology" (Caltech) entdeckten sie, dass flüchtige Elemente wie Kalzium- und Phosphatminerale aus den Mondproben ihren irdischen Gegenstücken auf erstaunliche Art und Weise gleichen.

Dieser Umstand, so die Forscher, liefere "belastbare Beweise für die Anwesenheit von Wasser im Innern des Mondes, von wo auch die untersuchten Proben stammen." Zugleich belegen die Ergebnisse der Studie eine deutlich größere chemische und geologische Verwandtschaft zwischen Erde und Mond als dies bislang bekannt war: "Jetzt müssen wir unsere Vorstellung der flüchtigen Bestandteile des Mondes neu bewerten", so Taylor.

Der Nachweis flüchtiger Anteile im Innern des Mondes hat auch große Auswirkungen auf unser Verständnis darüber, wie Erde und Mond entstanden. Allgemein wird bislang angenommen, dass der Mond entstand, als die noch junge Erde von einem etwa marsgroßen Protoplaneten (Theia) getroffen wurde, der dabei selbst zerstört wurde und seine Trümmer - gemeinsam mit Trümmern der Erde - in einer Umlaufbahn sich zum heutigen Mond zusammenfanden. Nach bisheriger Vorstellung war dieser junge Mond jedoch frei von flüchtigen Elementen wie Wasserstoff und Chlor. Diese Ansicht wird nun von den aktuellen Untersuchungen des Mondgesteins in Frage gestellt.

"Wenn es sich bei dem Wasser im Mond um Restwasser des gewaltigen Einschlags handelt, ist es erstaunlich, dass das Wasser diesen Einschlag selbst überstanden hat, da andere flüchtige Elemente wie Natrium oder Kalium vollständig zerstört wurden. Angesichts unserer Ergebnisse müssen die Details der Einschlagstheorie, mit der die Entstehung des Mondes erklärt wird, neu diskutiert werden", so Liu.

Das Vorhandensein von ergiebigem und allgegenwärtigem Wasser auf dem bzw. im Mond hätte weitreichende Konsequenzen auch für Pläne zukünftiger Forschungsmissionen und der von Weltraumforschern anvisierten Besiedlung des Mondes mittels bemannter Mondbasen. Bislang ist der Wassergewinnungsprozess für Mondwasser jedoch mit rund 25.000 Dollar pro halben Liter noch gänzlich unwirtschaftlich.

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