Montag, 25. Juli 2011

Neuer Kornkreis bei Tageslicht entstanden?

Luftbild: Kornkreis nahe Yatesbury vom 21. Juli 2011 | Copyright: FrankLaumen.de

Yatesbury/ England - Ein am Morgen des 21. Juli 2011 in einem Weizenfeld nahe Yatesbury in der südenglischen Grafschaft Wiltshire entdeckter Kornkreis sorgt derzeit für Diskussionen unter Kornkreisfreunden und -Forschern, sagen Augenzeugen doch aus, dass der Kornkreis mit dem ungewöhnlichen Bodenmuster erst bei Tageslicht entstanden sein muss, da das Feld kurz vor der Erstentdeckung des Kornkreises von mehren Personen noch leer gesehen wurde.

Entdeckt wurde der Kornkreis zum ersten Mal von "Andy", einem Piloten des "Wiltshire Microlight Centre" (WMC, wiltsmicrolights.com) nahe Yatesbury gegen 10:55 Uhr entdeckt. Allerdings waren Andy und WMC-Besitzer Tony Hughes nicht die einzigen Piloten über der besagten Gegend an diesem Morgen.

Schon um 9:20 flog die niederländische Kornkreisenthusiastin Monique Scholten mit einem Piloten von "GS Aviation" (gsaviation.co.uk) vom Clench Common Airfield über besagte Felder und bestätigte auch gegenüber dem deutschen Kornkreisforscher Andreas Müller (kornkreise-forschung.de) und der Redaktion von "grenzwissenschaft-aktuell.de", dass das fragliche Feld, in dem später dann der neue Kornkreis entdeckt wurde, zu dieser Zeit noch leer, also sozusagen kornkreislos gewesen war. Dabei ist festzustellen, dass Monique Scholten während ihrer jährlichen längeren Aufenthalte in Wiltshire nahezu täglich die Gegend rund um Avebury aus der Luft nach neuen Kornkreisen absucht - in derartigen Suchflügen also durchaus erfahren ist.

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"Bliebe es nur bei dieser einen Beobachtung, so wäre es einfach Monique vorzuwerfen, dass sie einen bereits vorhandenen Kornkreis schlicht und einfach übersehen haben könnte. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass dies durchaus einmal passieren kann", kommentiert Müller die Situation. "Allerdings gibt es mittlerweile zwei weitere und von Monique unabhängige Zeugen, die ebenfalls erklären, das Feld vor der späteren Entdeckung ohne Kornkreis gesehen zu haben."

Auch Annemieke und Jan Willem Verkerk (mystiekmoment.nl) sind derzeit in Wiltshire auf Kornkreisreise und hatten an diesem Morgen jeweils Rundflüge mit dem WMC-Ultraleichtflieger von Yatesbury aus gebucht. Im Interview mit Kornkreisforscher Charles Mallett (silentcircle.co.uk) schildern die beiden ihre Beobachtungen während dieses Fluges wie folgt: "Wir hatten ein Flug um 10 Uhr morgens gebucht", so Jan Verkerk. "Annemieke hatte den ersten (unserer beiden) Flüge (mit Tony als Piloten) und ich flog mit Andy hinterher. Als wir gestartet waren, flogen wir einen großen Bogen um die umliegenden Felder (Anm. d. Red.: Der Kornkreis selbst befindet sich in einem Feld, das kaum 1200 Meter vom Flugfeld entfernt liegt) und auch um das Feld, in dem später der Kornkreis entdeckt wurde. Wir flogen also unmittelbar über das Feld (...) und wir haben auch direkt auf dieses Feld geschaut, da wir Fotos von Kornkreisen machen wollten und aus diesem Grund auch nach neuen Kornkreisen gesucht haben. Wir können mit absoluter Sicherheit sagen, dass wir (auch) und gezielt in dieses Feld geschaut haben und zu dieser Zeit - gegen 10 Uhr - haben wir darin absolut nichts gesehen. Wir sind dann wieder gegen 10:30 Uhr gelandet. (...) Wäre der Kornkreis bereits vorhanden gewesen, so hätte ich ihn (während des Flugs) auf jeden Fall sehen müssen. Wir flogen ja auch, um nach neuen Kornkreisen Ausschau zu halten."

- Das Interview und weitere Detailaufnahmen aus dem Kornkreis finden Sie HIER (Klicken Sie dort auf eines der Luftbilder, um zu einer weiteren Bilderserie zu gelangen.)

Blick auf den Kornkreis vom Hügel auf halber Strecke zwischen Yatesbury Airfield und Kornkreis | Copyright: Charles Mallett, silentcircle.co.uk

"Wahrscheinlich war es der darauf folgende Flug, bei dem Andy den Kornkreis dann gegen 10:55 entdeckt hatte" so Müller. "Ein von Kritikern der Behauptungen der Zeugen vorgebrachter Einwand, schon um 10:30 Uhr habe eine Gruppe von Kornkreis-Touristen den Kornkreis besucht, widerspricht jedoch nicht den Aussagen der Augenzeugen. Diese haben ja ausgesagt, dass Feld deutlich früher, zum einen gegen 9:20 und später kurz nach 10 Uhr noch 'leer' gesehen zu haben. Aus anderen Augenzeugenbeobachtungen von Entstehungen echter, also nicht von Menschen physikalisch erzeugter, Kornkreise wissen wir, dass der Vorgang einer Kornkreisentstehung sehr schnell vor sich geht und nur wenige Sekunden dauert. Da der Kornkreis selbst von einem leicht zu erreichenden Hügel mitten im klassischen Kornkreisland um Avebury aus gut einzusehen ist, und dieser Hügel auch und gerade von Kornkreis-Touristen zur Übersicht über die Felder genutzt wird, wäre es also durchaus möglich, dass diese Gruppe den gerade erst entstandenen Kornkreis gesehen und besucht hat." Tatsächlich berichtet auch Kornkreisforscher Charles Mallett, dass der Kornkreis - obwohl erst am Morgen entdeckt, schon am frühen Mittag (aber nach 10:30) stark besucht wurde.

"Gerüchte, dass auch Tony Hughes den Kornkreis auf seinem ersten Flug noch nicht gesehen hatte, bestätigten sich durch unsere Recherchen indes nicht", fügt Müller hinzu. "Tony korrigierte entsprechende Behauptungen und erklärte uns gegenüber, dass er als Pilot während des Startvorgangs nicht nach unten in die Felder geblickt habe und aus diesem Grund die Beobachtungen seiner Passagiere weder bestätigen noch dementieren könne. (...) Derzeit konzentrieren sich unsere weiteren Nachforschungen auf das Auffinden weiterer Zeugen, die die Beobachtungen der bisherigen Zeugen bestätigen oder aber auch widerlegen können. Im Idealfall finden wir sogar eine Foto- oder Videoaufnahme, die die eine oder andere Situation belegt."

Zum Kornkreis selbst bemerkt Müller, dass sich dieser durch seine ungewöhnliche Bodenlage des niedergelegten Getreides auszeichnet: "Hier wurde das Getreide, nicht wie in den meisten einfachen Einzelkreisen, im oder gegen den Uhrzeigersinn kreisförmig oder in Spiralbahnen, sondern in unterschiedlichen Flussrichtungen derart niedergelegt, dass sich ein interessantes Binnenmuster ergibt (s. Luftbild)."

Kornkreisforscher Charles Mallett, der den Kornkreis nur wenige Zeit nachdem sich die Information über die Entdeckung herumgesprochen hatte, untersuchen konnte berichtet: "Am Boden war schon zu dieser Zeit deutlich, dass vor mir schon zahlreiche Besucher hier durchgegangen waren. Dennoch fanden sich an jenen Orten, die für gewöhnlich von den meisten Besuchern nicht begangen werden, keine Spuren physischer Schäden, wie sie sonst für eine mechanische Herstellung sprechen. Der Kreis hatte einen Durchmesser von 98 Fuß (knapp 30 Meter) und war nahezu kreisrund."

Bücher zum Thema:

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Hintergrund
Kornkreis-Entstehungen bei Tage

Ähnliche Szenarien wie aktuell anhand des Kornkreises nahe Yatesbury sind für Kornkreisforscher keine neue Erscheinung. In seinem ersten Buch "Kornkreise Geometrie, Phänomene, Forschung" hat Andreas Müller weitere Beispiele zusammengetragen und berichtet unter anderem:

"Am Freitag den 11. August 2000, war der deutsche Kornkreisfotograf Frank Laumen (franklaumen.de) mit dem Piloten eines Ultraleichtflugzeugs gegen 14 Uhr auf einem seiner zahlreichen Erkundungsflüge über der Gegend (rund um Avebury). Dabei entdeckte er eine offensichtlich in der Vornacht neu entstandene Formation aus mehreren unterschiedlich großen Kreisen in einem Weizenfeld am Windmill Hill nahe Avebury Trusloe. Im Anschluss daran begab sich Ralf Selsam zusammen mit demselben Piloten auf einen Flug, um die neue Formation aus der Luft zu fotografieren. Gegen 16:15 Uhr waren sie über dem betroffenen Feld und entdeckten zum Erstaunen des Piloten Graham Slater, der kurz zuvor noch mit Frank Laumen eben jene Felder überflogen hatte, gleich zwei weitere neue Formationen in unmittelbarer Nähe der ersten. Diese mussten also in der Zeit zwischen den beiden Flügen - das heißt zwischen 14 und 16:15 Uhr - entstanden sein.

Luftbild einer der beiden neu entstandenen Formationen am Windmill Hill, 11. August 2000 | Copyright: Ralf Selsam

Zurück auf dem Flugfeld bestätigte die Kontrolle der Videoaufnahmen von Laumen diese Vermutung, zeigten diese doch das betroffene Feld noch ohne Formation. Ebenfalls erstaunlich war, dass zur gleichen Zeit, als die Kreise entstanden, in direkter Nähe im Nachbarfeld ein mähender Traktor einer nahe gelegenen Farm die erste Ernte einbrachte. Die von ihm geschnittene Fahrgasse ist auf dem Foto von Selsam schon deutlich zu sehen (u. l.)." (S. 68)

In seinem zweiten Buch "Phänomen Kornkreise - Forschung zwischen Volksüberlieferung, Grenz- und Naturwissenschaft" findet sich zudem folgender Bericht:

Luftbild: Kornkreis-Triskele nahe Avebury, 30. Mai 2004 | Copyright: cropcircleconnector.com

"In Ermangelung neuer Kornkreise, fliegt Ultraleichtpilot J. Melville an diesem Tag (30. Mai 2004) gegen 11:00 Uhr eine Passagierin über die auf natürliche Weise wiederergrünten Reste einer Formation des Vorjahres - eines so genannten 'Geistes' - an der Avebury Avenue. Beim Umfliegen dieser überfliegen beide gegen 11:20 Uhr ein noch leeres Nachbarfeld. Gegen 12:00 Uhr entdeckt ein darauf folgender Passagier zur Verwunderung des Piloten die nun neue Formation in gerade diesem Feld - keine 200 Meter vom 'Geist' entfernt." (S. 23)

Berühmtestes Beispiel einer Kornkreis-Entstehung bei Tage ist jedoch zweifelsohne die der Kornkreisformation gegenüber Stonehenge im Sommer 1996. Die Formation bestand aus 149 (bzw. plus drei später hinzugekommenen kleinen Kreisen = 151) Einzelkreisen, die im Stile einer fraktalen "Julia-Menge" angeordnet waren, deren Spirale ausgewickelt eine Länge von rund 280 Metern erreicht hätte und deren größter Kreis einen Durchmesser von rund 15 Metern hatte.

Luftbild: Julia-Menge als Kornkreis gegenüber Stonehenge im Sommer 1996 | Copyright: Steve Alexander, temporarytemples.co.uk

"Entdeckt wurde die Formation von einem Piloten, der die Gegend noch gegen 17:30 Uhr überflogen hatte und nutzte - wie fast alle Piloten, die in dieser Gegend unterwegs sind - den imposanten Steinkreis von Stonehenge zur Orientierung. Aus diesem Grund ist er sich auch sicher, dass zu dieser Zeit noch kein Anzeichen für den Kornkreis im gegenüberliegenden Feld zu sehen war." Allerdings schränkt der Forscher diese Aussage dahingehend ein, dass in unterschiedlichen Quellen die Angaben des Piloten über die genaue Zeit des ersten Überfluges variieren und vermutet, dass dies wahrscheinlich in dem Umstand begründet liegt, dass auch der Pilot den besagten Zeitpunkt mehr oder weniger genau zu erinnern versuchte. "Wer sich im Nachhinein an zurückliegende Handlungen zu erinnern versucht, ohne auf genaue Notizen zurückgreifen zu können."

"Als er kurze Zeit später, das prähistorische Monument ein zweites Mal überflog entdeckte er zu seiner eigenen Überraschung die fertige Formation. (Auch hier variieren die Angaben zwischen 15 und 30 Minuten zwischen den beiden Überflügen.) Hinzu waren noch bis gegen 17:30 Uhr Feldarbeiter mit Ausbesserungsarbeiten am Feldrand beschäftigt und bezeugen, dass bis zu diesem Zeitpunkt noch kein Kornkreis oder verdächtige Vorgänge im Feld zu sehen waren. Schlussendlich haben wir die Aussagen der Wachhabenden von Stonehenge, von wo aus später der Kornkreis als große Schatten im Feld sichtbar war, die ebenfalls bestätigten, dass diese 'Schatten' bis um 17:00 Uhr noch nicht vorhanden waren, und sie erst ab ca. 18:00 Uhr auf die Schatten und erste Autos, die am Straßenrand anhielten und Personen, die ins Feld schauten, aufmerksame wurden."

Basierend auf diesen und weiteren Zeugenaussagen stehen also zwischen 15 und maximal 45 Minuten für die Entstehung der Formation zu Verfügung. "In diesen Zeitrahmen passen also die von Frau 'M' geschätzten 20 Minuten sehr gut hinein. Interessant und wichtig wäre es nun, wenn sich die von der Zeugin beschriebenen zahlreichen weiteren direkten Zeugen melden würden und darunter sich vielleicht sogar konkret überprüfbare Angaben und Beweise finden ließen", so Müller.

Später wurden diese Beobachtungen der zeugen auch noch von einer vierten Person bestätigt, die sogar den Vorgang der Entstehung direkt gemeinsam mit weiteren Personen gesehen haben will (...wir berichteten).

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / kornkreise-forschung.de / silentcircle.co.uk / franklaumen.de
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