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Samstag, 18. April 2009

Gigantisches "Woodhenge" umgab einst Hill of Tara

Computersimulation der Woodhenge-Anlage auf Tara | Copyright: RTE.ie

Co Meath/ Irland - Durch Messungen mit Bodenradar und Röntgenstrahlen haben Archäologen auf dem legendären Hill of Tara eine gewaltige Henge-Anlage aus Holzpalisaden entdeckt. Dieses irische Woodhenge hatte einen Durchmesser von rund 250 Metern und wurde nun am Computer rekonstruiert.

Die Reste der mächtigen Anlage verweisen auf ein Alter von rund 4.500 bis 5000 Jahre Jahren und ähnlich wie bei anderen vergleichbaren Bauten aus gleicher Zeit (Stonehenge, Woodhenge, Avebury im englischen Wiltshire) so vermuten die Archäologen, dass auch der hölzerne Bau auf Tara zur rituellen Initiationszwecken verwendet wurde.

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Eine TV-Produktion hat sich nun gemeinsam mit den Archäologen der grafischen Rekonstruktion der Anlage angenommen und zeigte erstmals, wie das irische Woodhenge wahrscheinlich ausgehen hatte, das den Ringwall um den so genannten Mound of Hostages und die 8-förmigen Wälle mit dem Lia Fali (dem Schicksalsstein, der ursprünglich am nördlichen Ende des Mounds stand) umgibt. Bei dem 5000 Jahre alten Mound of Hostages handelt es sich um ein Ganggrab dessen Durchgang genau nach dem Sonnenstand bei Sonnenuntergang an den beiden so genannten "Cross-Quarter-Tagen", (8. November und dem 4. Februar), ausgerichtet ist, an welchen die frühkeltischen Feste Samhain und Imbolc gefeiert wurden.

Historisches Luftbild von (1924) zeigt die Überreste der frühgeschichtlichen Anlagen auf Tara. Der Mound of Hostages ist rechts, unterhalb der 8-förmiges Wälle zu erkennen. | Copyright: Irish Army Air Corps

Tara selbst wurde nachweislich schon seit der Steinzeit besiedelt und war der Krönungsort der vorchristlichen irischen Könige. Heutzutage sind von dem irischen Nationalsymbol nur noch die grasüberwucherten Grundrisse, sanften Wälle und Hügelgräber zu erkennen. Bedroht wird die Bedeutung der Anlage aktuell durch die bereits von der irischen Regierung beschlossenen Pläne des Neubaus der Autobahn A3, die nur 1,5 Kilometer von dem Monument entfernt vorbeiführen soll. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde das Monument 2008 vom World Monuments Fund (WMF) in die Liste der weltweit meist bedrohten historischen Anlagen aufgenommen und steht zugleich auf der Liste jener Monumente, die unter den Schutz des UNSECO-Welterbe gestellt werden sollen. Die Vertreter des Autobahnbaus verweisen indes auf den Umstand, dass die bereits existierende Strasse nach Navan deutlich näher an Tara vorbeiführt, während die neue M3 von dem Hügel aus gar nicht zu sehen sein werde.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / rte.ie / times.co.uk
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