https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Mittwoch, 15. April 2009

Studie: Erdschein verrät Ozeane und Kontinente

Erdschein | Copyright: Sch/GNU FDL

Princeton/ Australien - Erstmalig hat eine Studie belegt, dass alleine der so genannte Erdschein, also das von der Oberfläche der Erde auf die unbeleuchtete Nachtseite des Mondes reflektiertes Sonnenlicht, Rückschlüsse auf das Vorhandensein von flüssigen Ozeanen und Kontinenten auf der Erde zulässt. Die Erkenntnis könnte auch genutzt werden, um Exoplaneten auf diese Merkmale hin zu untersuchen.

Der Erdschein ist bei günstigem Wetter sogar mit bloßem Auge bei abnehmenden und zunehmendem Mond sichtbar, wenn neben der vom Sonnenlicht hell erleuchteten Sichel der dunkle Teil des Mondes in einem sanften Grauton sichtbar wird. Am besten ist dieser Effekt bei schmaler Mondsichel kurz vor und kurz nach Neumond sichtbar, also bei merklichem Winkelabstand zur blendenden Sonne.

Forscher um Edwin Turner von der Princeton University und Sally Langford von der University of Melbourne haben nun nachgewiesen, dass dieses, auch als "Erdlicht" oder "aschgraues Mondlicht" bezeichnete Phänomen unterschiedlich stark ausfällt, je nach dem, ob es von Landmassen oder flüssigen Ozeanoberflächen reflektiert wird. Ihre Ergebnisse haben die Forscher im Fachmagazin "Astrobiology" veröffentlicht.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
>>> HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen <<<

Die Idee, das von Exoplaneten Richtung Erde reflektierte Licht ihres Zentralgestirns, die so genannte spiegelnde Reflexion, zur Analyse der Planetenoberfläche des fernen Planeten zu nutzen, um damit abzuschätzen, ob der Planet Wasser- und Landmassen aufweist, wurde von Turner bereits 1991 erstmals formuliert.

Da Wasser das Sonnenlicht wesentlich stärker reflektiert als Land, sollte sich die Lichtintensität durch die Drehung des potentiellen Exoplaneten in kontinuierlichen Phasen verändern, je nach dem, welche Oberfläche gerade das Sonnenlicht in Richtung Erde reflektiert. Auch andere Studien haben diese Theorie seither bestärkt (...wir berichteten)

Ausgehend von dieser Grundidee erhoffen sich einige Planetenforscher sogar Hinweise darauf, ob die potentiellen Landmassen Pflanzen tragen, da auch diese das Lichtspektrum beeinflussen, bevor es reflektiert wird (...wir berichteten).

Turners Theorie wurde nun anhand der buchstäblich naheliegendsten Himmelskörper - Erde und Mond - zum ersten Mal erfolgreich überprüft. An drei Tagen pro Monat, an denen die ideale Mondsichel zu sehen war, vermaß das Team den Erdschein als dieser zum einen vom Indischen Ozean und darauf von der Ostküste Afrikas reflektiert wurde. Das Ergebnis war eine deutliche Abschwächung der reflektierten Lichtstärke um annähernd 23 Prozent innerhalb von nur einer Stunde während der Beobachtungszeiten.

Anhand ihrer Untersuchungen zeigen sich die Forscher zuversichtlich, dass mit Hilfe zukünftiger Weltraumteleskope wie beispielsweise dem Terrestrial Planet Finder (TPF) der NASA oder dem Darwin-Teleskop der ESA ähnliche Abschwächungen im Planetenschein von Exoplaneten zu beobachten sind und eventuell vorhandene Ozeane und Kontinente erkannt werden können. Hierzu müsste allerdings das Verhältnis von Land- zu Wassermassen relativ ausgewogen sein. Anhand von Wasserwelten, die lediglich von kleinen Inseln unterbrochen werden, wäre der Unterschied zu gering, um ihn mit derzeitigen Teleskopen ablesen zu können.

>>>WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA<<<

Suche nach belebten Planeten: Von der Erde lernen

16. Februar 2009

ESA-Sonde "Venus Express" findet Lebensspuren - auf der Erde
11. Oktober 2008


Ozeanglitzern könnte Wasserplaneten anzeigen
11. August 2008



So könnten Aliens die Erde sehen
20. Juli 2008



Bücher zum Thema:

- - -

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / unimelb.edu.au / princeton.edu
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE