Angebliches Geisterfoto (r.) vom Abriss der Anlaby Primary School | Copyright/Quelle: thesun.co.uk / dailymail.co.ukAnlaby/ England - Das Foto eines angeblichen geisterhaften Jungen, auf der Abrissbaustelle der einstigen Grundschule des kleinen Dorfes Anlaby, nahe Hull in der Grafschaft Yorkshire, hat in den britischen Medien für Aufsehen und kontroverse Diskussionen gesorgt. Schon kurz nach bekannt werden des angeblichen Geisterphotos konnten Experten es jedoch als billigen Trick einer Gag-Anwendung für das Mobilfunktelefon "iPhone" entlarven.
Zuvor hatten, neben der "Sun" und der "Daily Mail", auch andere britische Zeitungen über das nur auf den ersten Blick unheimliche Foto berichtet. Dabei wurden Anwohner und Bauarbeiter befragt und darüber spekuliert, ob es sich bei dem "Geisterjungen" in historischer Kleidung um einen einstigen Schüler der "Anlaby Primary School" handeln könnte, der aufgrund der Abrissarbeiten noch einmal seine alte Schule auf- bzw. heimgesucht hatte.
Einen Blick in das Motivangebot der Gag-Anwendung "Ghost Capture" für das Apple-Mobiltelefon "iPhone", mit der man eine Auswahl an "Geistererscheinungen" auf Bilder, die mit der Kamera des Handys gemacht werden, "zaubern" kann, offenbarte dann jedoch schnell die Herkunft des kleinen Geistes. Ähnliche Anwendungen gibt es auch zum Thema UFOs und sogar für analoge Wegwerfkameras (...wir berichteten 1, 2).
Motivauswahl des Computerprogramms "Ghost Capture" | Quelle: macenstein.com / macworld.comAuch wenn die Erklärung für das Foto den Behauptungen des Fotografen widersprechen, der nicht einmal ein iPhone benutzt haben will, lässt ein Vergleich der Aufnahme mit dem "Ghost Capture"-Motiv keine Fragen offen. Auch der Umstand, dass das Bild laut den unterschiedlichen Berichten ("Sun" und "Mail") von gänzlich unterschiedlichen Personen gemacht worden sein soll, lässt mehr als Zweifel an der Story aufkommen. Möglicherweise bzw. sogar wahrscheinlich hat auch ein Fotowettbewerb des Herstellers, für das unheimlichste mit "Ghost Capture" erstellte "Geisterfoto" mit dem Schwindel zu tun.
Schon ein Blick auf das Foto selbst zeigte digitale Spuren einer Manipulation. Ebenso wie UFO-Forscher, so müssen sich zukünftig also auch Geisterjäger mit dem Motivangebot der Gag-Programme auseinandersetzen, wenn es darum geht (angebliche) Beweisfotos für das Übersinnliche zu bewerten und Fälschungen - besonders derart offenkundige - umgehend zu erkennen. Zugleich zeigt das Beispiel aber, wie kinderleicht derartige Manipulationen heutzutage mit Hilfe digitaler und medialer Technologien geworden sind.
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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / dailymail.co.uk / thesun.co.uk / macworld.com / macenstein.com
