Sonntag, 23. März 2008

Neue Scans: Turiner Grabtuch in höchster Auflösung

Positiv- (l.) und Negativansicht (r.) der Kopfpartie des Turiner Grabtuches | Copyright: Public Domain

Turin/ Italien - Im Auftrag einer Kommission des Vatikans wurde vom "Turiner Grabtuch", ein Leichentuch, das angeblich das eine Abbildung des Gekreuzigten Jesu Christi zeigen soll und über dessen Ursprung und Echtheit als heilige Reliquie seit langem kontrovers diskutiert wird, jetzt mit einem Hochleistungsscanner das bislang höchstauflösende Foto des Leinens erstellt.

Das aus 1600 Einzelaufnahmen von der Größe einer Kreditkarte bestehende Mosaikfoto hat eine Datengröße von 158 Gigabytes und ist in der Lage, Details von von bis zu einem fünfhundertstel Millimeter darzustellen. "Damit ist die Aufnahme 1300-Mail schärfer, als die Aufnahmen einer 10-Millionen-Pixel-Kamera", erläutert Mauro Mauro Gavinelli, der Chefingenieur der Firma HAL9000, die sich sonst auf hochauflösende Fotos von Kunstwerken spezialisiert hat.

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Das Ergebnis präsentierte HAL9000 vor wenigen Tagen in der Kathedrale von Novara auf einer 28 Quadratmeter großen Leinwand. Hier soll das Foto auch noch über die Osterfeiertage zu sehen sein. Ob die vatikanische Kommission das Bild auch in anderer Form der Öffentlichkeit zugänglich machen wird, ist bislang noch nicht bekannt.

Ebenso verschwiegen zeigt sich Gavinelli auf die Frage, ob die neuen Aufnahmen weitere Hinweise über die Authentizität des Grabtuchs ergeben haben: "Es ist in einem sehr guten Zustand. (...) Das Gewebe ist sehr sauber, bis auf die schon lange bekannten kleinen Verunreinigungen, zum Beispiel durch winzige Wachströpfchen. Bei einem so nahen Blick scheint es auch keinen Unterschied zu geben zwischen den gewöhnlichen Fasern des Tuches und jenen, auf denen das angebliche Bild Jesu abgedrückt ist.”

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Erst kürzlich hatte einer der leitenden Wissenschaftler von Radiokarbondatierungen des Leinentuches aus dem Jahr 1988, welche das Tuch als mittelalterliche Fälschung bezeichneten, ernste Zweifel an den damaligen Analyseergebnissen geäußert (wir berichteten). Schon zwei Prozent Verunreinigung des untersuchten Leinen könnte demnach die Datierung um rund 1500 Jahre verfälschen. Die Analysen aus dem Jahr 1988 datierten den Stoff des vier Meter langen Grabtuches auf ein Entstehungsdatum zwischen 1260 und 1390. Somit könnte die wohl berühmteste Reliquie des Christentums nun doch tatsächlich aus der Zeit um Christi stammen.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de

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Oxford-Professor: Radiokarbondatierung des Turiner Grabtuches möglicherweise falsch
, 26. Februar 2008
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