Freitag, 20. Juni 2008

Kritik an Mobilfunk-Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz

Archiv: Mobilfunktelefon

Berlin/ Deutschland – Seit der Veröffentlichung der aktuellen Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz zu gesundheitlichen Wirkungen von Mobilfunk (...wir berichteten), regt sich Kritik – und das nicht nur von alternativer Seite. Hauptgrund: Die Studie wurde zur Hälfte von der Mobilfunk-Industrie finanziert.

Wie wir auf Grenzwissenschaft-Aktuell.de bereits in unserem ersten Artikel anmerkten (s. Meldungen unten), widerspricht das Ergebnis der Studie einer ganzer Reihe internationaler Studien und Expertenmeinungen der vergangenen Jahre (und dabei sind die verfälschten Wiener Studien nicht inbegriffen.)

Von den insgesamt 17 Millionen Euro, welche die Studie des Bundesamtes kostete, wurden 8,5 Millionen Euro von den Mobilfunk-Netzbetreibern getragen.

Doch die Kritik wird nicht nur von Vertretern alternativer Denk- und Forschungsrichtungen, sondern auch aus unterschiedlichen politischen Lagern vorgetragen.

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So sieht der Strahlenschutzexperte der FDP-Bundestagsfraktion Horst Meierhofer durch die Studie zwar einen ersten Schritt zu mehr Fakten und weniger Hysterie getan, dennoch dürften weitere Forschungen nicht zum "Ablasshandel" für die Mobilfunkindustrie verkommen. Für zukünftige Studien sprach sich Meierhofer dafür aus, von den Förderungen der Mobilfunkindustrie abzusehen und dafür aus den Bund mehr in die Pflicht zu nehmen.

Auch der naturschutzpolitische Sprecher der Linksfraktion, Lutz Heilmann, sparte nicht an Kritik und erklärte: "Hier wurde der Bock zum Gärtner gemacht. Unabhängige Forschungen belegen seit Jahren, dass große Gefahren von der Funktechnik ausgehen". Zudem forderte er weitere Forschungen und ein Absenken der Grenzwerte.

Entgegen diesen Forderungen will Bundesumweltminister Gabriel (SPD) die Forschung zwar fortsetzen, jedoch zukünftig nur mit rund 500.000 Euro pro Jahr fördern. Das Bundesamt für Strahlenschutz beschwichtigt indes die Kritiker mit dem Verweis, dass durch vorab festgelegte Verfahrensabläufe sichergestellt worden sei, dass das Programm unter der Schirmherrschaft der Behörde unabhängig ablaufen konnte.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / dsltarife.net

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