https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Dienstag, 24. November 2009

Neue Karte: Ausgedehntes Tälernetzwerk belegt einstige Mars-Ozean

Die neue Marskarte zeigt ein wesentlich dichteres Tälernetzwerk auf dem Mars und deutet auf einen einstigen gewaltigen Ozean in der nördlichen Hemisphäre hin | Copyright: W.Lou, T.Stepinski, Northern Illinois University

DeKalb/ USA - Eine neue Studie an der "Northern Illinois University" und des "Lunar and Planetary Institute" in Houston hat mit einem neu entwickelten Computerprogramm die bislang detaillierteste Karte der Marstäler erstellt. Aus den Daten schlussfolgern die Wissenschaftler, dass das zusammenhängende Tälernetzwerk auf dem Mars mehr als doppelt so ausgedehnt ist, wie bislang geglaubt.

Hinzu stießen die Forscher auf Regionen, wie sie besonders stark von dem Tälernetzwerk durchzogen wird und die zwischen Äquator und den mittelsüdlichen Breitengraden eine Art Gürtel rund um den Planeten ziehen. Südlich dieses Gürtels finden sich kaum mehr Täler. Auch dieser Umstand belegt für die Forscher ein Klima-Szenario des einstigen Mars, das Niederschläge und einen ausgedehnten Ozean beinhaltet, der einst große Teil der nördlichen Hemisphäre, bzw. ein Drittel der Oberfläche des Mars bedeckt hatte.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
>>> HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen <<<

Die Ergebnisse der von der NASA finanzierten Studie haben die Forscher um Wei Luo und Tomasz Stepinski aktuell in der Fachzeitschrift "Journal of Geophysical Research" veröffentlicht.

Seit die Täler 1971 zum ersten Mal von der "Mariner 9"-Sonde entdeckt wurden, diskutieren Wissenschaftler darüber, ob sie durch Oberflächenwasser-Erosion oder aber durch Austritt von Grundwasser (Groundwater sapping) entstanden, welche auch unter sonst eigentlich klimatisch kalten und trockenen Bedingungen auftreten kann.

Da bislang davon ausgegangen wurde, dass das Tälernetzwerk deutlich weniger dicht sei, als vergleichbare eindeutig von Wasser erzeigte Strukturen auf der Erde, tendierten viele Forscher dazu, diese Täler nicht als das Ergebnis von Wasserabflusserosion an der Oberfläche zu werten. Die neue Kate zeigt nun jedoch eine wesentlich höhere Dichte an Tälern auf als bisher, wodurch die Struktur, Anzahl und Verteilung Mars-Täler sich nun als deutlich erdähnlicher erweist.

In einer Region in der bislang nur verhältnismäßig wenig Täler bekannt waren (blau, m.) zeigt die neue Karte nun eine deutlich höhere Dichte an Gräben und Tälern auf (rot, r.) | Copyright: W.Luo, T.Stepinski, Northern Illinois University

"Ein einziger großer Ozean in der nördlichen Hemisphäre wurde erklären, warum es eine südliche Grenze für die Täler zu geben scheint", erläutert Luo. "Die südlichen Marsregionen, die am weitesten von diesem Wasserspeicher entfernt liegen, würden auch nur wenig Regen abbekommen und hätten folgen keine Täler ausgebildet. Dies würde dann auch erklären, warum die Täler schmäler werden, je weiter südlich man blickt. (...) Regen wäre hauptsächlich auf jene Regionen über dem Ozean selbst und über dem Land in direkter Anrainerschaft zum Ozean begrenzt und dies stimmt wiederum mit dem Tälergürtel überein, wie er sich anhand der neuen Karte deutlich abzeichnet."

>>>WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA<<<

NASA-Aufnahmen zeigen Tunnel auch auf dem Mars

27. Oktober 2009
NASA-Raumsonde findet Wassereis direkt unterhalb der Mrsoberfläche
25. September 2009
Alternatives Modell erklärt die rote Farbe des Mars auch ohne Wasser
22. September 2009

Rissmuster deuten auf einstige Kraterseen auf dem Mars
17. September 2009


Wissenschaftsstreit: Kontroverse um mögliche Mars-Fossilien
26. November 2008


Neue Beweise für einstige Mars-Ozeane
18. November 2008



Leben auf dem Mars?
22. Oktober 2008



Bücher zum Thema:

- - -

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / niu.edu
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE