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Dienstag, 9. Februar 2010

Archäologen finden Hinweise auf einstigen Heckenring und Erdhügel in Stonehenge

Hist. Darstellung von Stonehenge von William Stukeley, Mitte d. 18. Jahrhunderts | Copyright: Public Domain

Stonehenge/ England - Britische Archäologen haben Hinweise darauf gefunden, dass der imposante Steinkreis von Stonehenge in der südenglischen Grafschaft Wiltshire einst von einer kreisrunde Doppelreihe aus Hecken, wahrscheinlich blickdicht umgeben war. Auch Reste eines zentralen Erdhügels, der unter Archäologen bislang als romantische Erfindung zeitgenössischer Darstellungen aus dem 18. Jahrhundert galt, konnte nun bestätigt werden.

Wie die Archäologen von "English Heritage" in der Fachzeitschrift "British Archaeology" vermuten, handelte es sich um eine Art Sichtschutz, der das Innere Heiligtum der Steinkreisanlage vor der Außenwelt abschirmte. Gepflanzt waren die Büsche und Hecken auf konzentrisch um den Steinkreis angelegten leicht erhabenen Erdwällen.

Wann genau der Sichtschutz den Steinkreis einst umgeben hatte, ist bislang noch unbekannt, die Forscher vermuten derzeit, dass die Hecken allerdings schon zur Bronzezeit gepflanzt wurden.

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Bei den Vermessungsarbeiten, die den Fund zu Tage förderten, entdeckten die Archäologen auch Belege für einen einstigen sanften Erdhügel im Zentrum des Steinkreises, der mittlerweile zwar eingeebnet und nicht mehr zu sehen ist, jedoch auf einigen zeitgenössischen Darstellungen aus dem 18. Jahrhundert noch dargestellt wurde (s. u. a. Abb.). Bislang glaubten viele Archäologen, dass es sich bei diesen Darstellungen um freie künstlerische bzw. romantisierte Interpretationen gehandelt habe. Ob es sich bei diesem Hügel um eine einstige natürliche oder eine künstlich aufgeschüttete Struktur - möglicherweise sogar die Reste einer bislang unbekannten, frühen Bauphase der Stonehenge-Anlage - handelt, ist derweil unbekannt.

Bereits 2008 entdeckten Archäologen die Reste eines einstigen Palisadenzauns, der das Monument einst von einer Seite von der Außenwelt abschirmte (...wir berichteten). Auch dieser Zaun, so vermuten Archäologen hatte eine Sichtschutzfunktion und sollte wahrscheinlich die heiligen Handlungen im Zentrum der Steine vor den Blicken des normalen Volkes abschirmen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / english-heritage.org.uk / britarch.ac.uk / guardian.co.uk


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