Honigbienen | Copyright: Wausberg/GNU FDLChandigarh/ Indien - Eine Studie indischer Wissenschaftler kommt zu dem Schluss, dass es eine Verbindung zwischen dem mysteriösen weltweiten Massensterben von Bienen und Mobilfunkstrahlung gibt.
Alleine in den USA ist die Bienenpopulation im vergangenen Jahr landesweit um 30 Prozent zurückgegangen. In Ermangelung einer gültigen Erklärung wird das Phänomen derzeit immer noch als "Collony Collapse Disorder" (CCD, Bienenvolk-Kollaps) bezeichnet. Zahlreiche Erklärungsversuche wurden bislang zu Felde geführt um das Bienensterben zu erklären. Neben Varroa-Milben, landwirtschaftlichen Pestiziden, Autoabgasen und dem Klimawandel wurde und wird immer wieder auch Mobilfunkstrahlung als mögliche Ursache kontrovers diskutiert (...wir berichteten, s. Links).
Eine Studie von Wissenschaftlern an der "Panjab University" in Nordindien scheint letztere Befürchtung nun zu bestätigen. In Experimenten hatten die Forscher Mobiltelefone an Bienenstöcken angebracht und diese für jeweils zwei Gespräche zu je 15 Minuten pro Tag aktiviert. Nach drei Montanen stellten die Forscher fest, dass die Bienen aufhörten, Honig und Eier zu produzieren und sich die Größe des Volkes dramatisch reduzierte.
Gegenüber CNN glaubt auch Andrew Goldsworthy vom Londoner "Imperial College", der die Auswirkungen elektromagnetischer Felder auf biologische Systeme erforscht, dass Bienen durch Handystrahlung beeinflusst werden könnten, wenn diese sich auf ein Pigment in den Bienen auswirken. "Tiere, darunter auch Insekten, nutzen die sogenannten Cryptochrome unter anderem zur Navigation und erspüren damit das Magnetfeld der Erde." Diese Fähigkeit könnte von der Mobilfunkstrahlung der Endgeräte sowie der Basisstationen beeinträchtigt werden, wodurch die Bienen schlussendlich nicht mehr den Weg zum Heimatstock finden und verenden.
Laut Goldsworthy könnte eine Umstellung der Mobilfunkfrequenzen verhindern, dass die Bienen derart fatal abgelenkt werden. Die führenden Mobilfunkanbieter, zumindest in Großbritannien, an die Goldsworthy bereits eine Petition verfasst hat, zeigen sich ob dieses Vorschlags ablehnend und verweisen auf frühere Studien, die angeblich keine negativen Auswirkung der Strahlung auf Bienen und andere Tiere nachweisen könnten.
Andere Wissenschaftler sind sich da nicht ganz so sicher, wie die Mobilfunk-Lobby. So bemerkt Norman Carreck, Bienenforscher an der "University of Sussex", dass man bislang nur wenig über die Auswirkung von Radiostrahlung auf Bienen wisse: "Wir wissen jedoch, dass sie auf magnetische Felder reagieren. Wir wissen aber noch nicht, wie diese sich auf die Tiere auswirken. Bislang konnte allerdings auch noch nicht eindeutig nachgewiesen werden, dass Bienen tatsächlich das irdische Magnetfeld zur Navigation verwenden."
Alleine schon aus wirtschaftlichen und landwirtschaftlichen Gesichtspunkten stellt das Bienensterben eine den meisten Menschen stark unterschätzte Gefahr dar: Wissenschaftler schätzen, dass Bienen rund 90 Prozent der weltweit kommerziell angebauten Erntepflanzen bestäuben. Der wirtschaftliche Wert beläuft sich laut CNN-Angaben alleine in Großbritannien auf rund 290 Millionen US-Dollar und mehr als 12 Milliarden in den USA.
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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / cnn.com