Samstag, 21. Januar 2012

Russischer Wissenschaftler will Lebensformen auf der Venus entdeckt haben

Archiv: Panorama der Landestelle von Venera 13m Camera II. (Hinweis d. GreWi-Redaktion: Bei dem sichelförmigen Objekt in der Bildmitte handelt es sich um eine Verschlussklappe der Landeeinheit und nicht um eines der von Ksanfomaliti beschriebenen "Objekte".) | Copyright: Roskosmos / Quelle: mentallandscape.com/V_Venus.htm

Moskau/ Russland - Im Fachmagazin "Solar System Research" (Astronomitscheski Westnik) stellt der russische Wissenschaftler Leonid V. Ksanfomaliti das bisherige Bild der Venus auf den Kopf und behauptet, auf Aufnahmen der russischen Landeeinheit der Mission " Venera 13" Lebensformen entdeckt zu haben.

Wie die russische Nachrichtenagentur RiaNovosti (en.ria.ru) berichtet, zählt Ksanfomaliti vom Space Research Institute (iki.rssi.ru) an der "Russischen Akademie der Wissenschaften" eine scheibenförmige Struktur, eine "schwarze Klappe" und einen "Skorpion" zu den auf einer Aufnahmenserie vom 1. März 1982 zu sehenden möglichen Lebensformen. "Alle diese Strukturen erscheinen, verändern sich und verschwinden auch wieder", zitiert die Nachrichtenagentur den Wissenschaftler und erläutert, dass dieser sich dabei auf den Umstand beziehe, dass die von ihm beschriebenen Objekte auf verschiedenen Aufnahmen ihre Position verändern und dabei sogar erkennbare Spuren im Boden hinterlassen.

"Lassen sie uns für einen Moment die derzeitig gängigen Theorien über die Nichtexistenz von Leben auf der Venus vergessen", wird der Wissenschaftler weiter zitiert. "Dann lässt sich die mutige Schlussfolgerung ziehen, dass die morphologischen Eigenschaften dieser Objekte nahe legen, dass es sich um Lebewesen handelt."

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Gegen die Vorstellung von Leben auf der Venus spricht bislang vornehmlich die Tatsache, dass auf ihrer Oberfläche Temperaturen von rund 464 Grad Celsius herrschen. Zumindest für irdisches Leben wären diese Umweltbedingungen viel zu heiß, nicht zuletzt, da Oberflächenwasser als Grundlage des irdischen Lebens, unter diesen Umständen längst verdampft. Während die meisten Lebewesen auf der Erde kontinuierliche Temperaturen von mehr als 80 Grad Celsius nicht überstehen, gibt allerdings auch hier Ausnahmen - sogenannte extremophile Lebewesen.

In der Kategorie dieser selbst an extreme Lebensräume angepassten Organismen stellen die sogenannten Thermophilen jene Gruppe von Lebewesen dar, die noch deutlich höhere Temperaturen nicht nur ertragen können sondern diese teilweise sogar bevorzugen. Der aktuelle Rekordhalter unter den Thermophilen ist der 2003 entdeckte hyperthemophile Mikroorganismus "Strain 121" mit einer namensgebenden maximalen Wachstumstemperatur von 121 Grad Celsius.

Allgemein gehen Wissenschaftler derzeit davon aus, dass die absolute Obergrenze für irdisches Leben jeglicher Art bei etwa 150 Grad Celsius liegt, da es den Organismen bei höheren Temperaturen wahrscheinlich nicht mehr gelingt, das Aufbrechen der chemischen Verbindungen zu verhindern, welche die DNA (als Träger der Erbinformation) und Proteine (notwendig als Strukturproteine oder Enzyme) zusammenhalten. Allerdings möchten einige Wissenschaftler die Existenz von bislang noch unbekannten "ultrathermophilen" Organismen auch nicht ausschließen. Derartige Lebensformen könnten Mechanismen entwickelt haben, die es ihnen ermöglichen, auch bei noch höheren Temperaturen zu überleben. In der direkten Umgebung einiger thermalen Tiefseeschlote, die auch die Grundlage komplexer Ökosysteme darstellen (...wir berichteten, s. Links), wurden schließlich schon Wassertemperaturen von bis zu 382 grad Celsius gemessen.

Bislang liegen uns noch keine von der Agenturmeldung unabhängigen Informationen in dieser Sache vor. Ebenso unbekannt ist derzeit noch, auf welche Aufnahmen sich Ksanfomaliti genau bezieht und wo diese mitsamt den beschriebenen Details eingesehen werden können. Sobald uns weitere Informationen vorliegen, werden wird natürlich erneut berichten...

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