Freitag, 23. März 2012

Raumsonde entdeckt unerwartete Oberflächenmerkmale auf Asteroid Vesta

Helle Materialablagerungen im Innern des Vesta-Kraters Canuleia und von dessen Kraterrändern nach außen verlaufend. | Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Pasadena/ USA - Anhand neuer Aufnahmen der Raumsonde Dawn haben Weltraumwissenschaftler auf dem großen Asteroiden Vesta für die Forscher unerwartete Oberflächenmerkmale und Geländestrukturen entdeckt. Die neuen Bilder belegen die Vielfalt der Oberfläche des Asteroiden und zeigen geologische Merkmale, wie sie zuvor noch nie auf Asteroiden entdeckt wurden.

Wie die Forscher verschiedener US-Universitäten gemeinsam mit Kollegen des Jet Propulsion Laboratory der NASA auf der 43. Lunar and Planetary Science Conference berichteten, finden sich auf dem größten Asteroiden im Hauptgürtel des Asteroidengürtels zwischen Mars und Jupiter einige Regionen, die nahezu doppelt so hell sind, wie andere und Einblicke in die Geschichte des Himmelskörpers ermöglichen.

"Unsere Analysen dieses hellen Oberflächenmaterials zeigen, dass dieses seit der Entstehung des Asteroiden, vor mehr als vier Milliarden Jahren, nur wenig Veränderungen erfahren hat", erläutert Jian-Yang Li von der University of Maryland. "Wir sind nun sehr gespannt zu erfahren, aus welchen Mineralien dieses Material besteht und wie die heutige Oberfläche von Vesta zustande kam."

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Während sich besagte helle Stellen nahezu über den ganzen Asteroiden verteilt finden, sind sie in und um die charakteristischen Einschlagskrater besonders konzentriert (s. Abb.). Ihre Ausdehnung variiert zwischen einigen hundert Metern bis his zu 16 Kilometern. Offenbar wurde dieses Material durch Einschläge auf dem Asteroiden aus dem Untergrund an dessen Oberfläche befördert, wo es mit dem dunkleren Oberflächenmaterial vermischt wurde.

Vermischung von dunklen und hellen Material am Rande des Vesta-Kraters Marcia. | Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA/LPI/ASU

Während Astronomen einige der hellen Stellen auf Vesta schon zuvor mit dem Weltraumteleskop Hubble entdecken konnten, hatten die Dawn-Wissenschaftler jedoch nicht mit einer so großen Vielfalt des gegenteiligen dunklen Materials gerechnet. Die neuen Aufnahmen zeigen, dass das dunkle Oberflächenmaterial von dunkelgrau über braun bis hin zu rot in unterschiedlicher Färbung auf dem Asteroiden verteilt ist. Es findet sich entweder in Form von kleinen abgegrenzten oder großflächig verteilten Ablagerungen im Umfeld der Krater. "Zu unserer Überraschung erscheint diese Verteilung jedoch nicht zufällig", kommentiert der Dawn-Wissenschaftler David Williams von der Arizona State University. "Dieser Umstand legt die Vorstellung nahe, dass die darunter liegende Geologie bestimmt, wo diese Böden erscheinen."

Offenbar stehen auch die dunklen Böden also in einem Zusammenhang mit Einschlägen und deren Folgen. Die Forscher vermuten, dass kohlenstoffhaltige Asteroiden Vesta mit Geschwindigkeiten getroffen haben könnten, die langsam genug waren, um einige der kleineren Ablagerungen zu hinterlassen, ohne dass deren Material wieder von der Oberfläche hinweggeschleudert wurde. Dementgegen könnten schnellere Asteroiden die Oberfläche von Vesta getroffen haben, dabei die basaltische Kruste aufgeschmolzen und so das Oberflächenmaterial abgedunkelt haben.

Die dunklen Oberflächen auf Vesta deuten für die Forscher darauf hin, dass der gewaltige Asteroid in seinem Innern Urmaterialien des Asteroidengürtels und von außerhalb bewahrt hat, die noch aus der Zeit der Geburt des Sonnensystems stammen könnten.

"Einige dieser Zusammenstöße mit kleineren Asteroiden könnten derart intensiv gewesen sein, dass sie die Oberfläche aufgeschmolzen haben", so Brett Denevi vom Applied Physics Laboratory an der Johns Hopkins University. "Die Fähigkeit der Dawn-Sonde, diese Schmelzorte abbilden zu können, ist eine einzigartige Entdeckung. Schmelzereignisse wie diese wurden zwar erwartet, jedoch noch nie zuvor auf einem Asteroiden entdeckt."

Die Dawn-Sonde wurde im September 2007 gestartet. Im Februar 2015 wird sie an ihrem Ziel, dem Zwergplaneten Ceres, erwartet.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

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