Dienstag, 2. August 2011

Dawn liefert neue Nahaufnahmen von Asteroid Vesta

Der Asteroid Vesta, aufgenommen am 24. Juli 2011. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA.

Berlin-Adlershof / Deutschland - Die US-Raumsonde "Dawn" befindet sich derzeit auf einer Umlaufbahn von 5200 Metern über der Oberfläche des Asteroiden Vesta. Bordkamera bildet jetzt die Oberfläche mit immer höherer Genauigkeit ab und erlaubt es Wissenschaftler erstmals, den Asteroiden genau zu vermessen und immer detailliertere Karten, Höhenmodelle und erste geologische Analysen des Asteroiden zu erstellen.

Voraussichtlich am 11. August 2011 wird sich Dawn der Oberfläche Vestas bis auf rund 2700 Kilometer angenähert haben. "Dann beginnt die Tiefenanalyse des Asteroiden: Mit diesen Aufnahmen werden wir 3D-Modelle von Vesta erstellen, um so die raue, gebirgige Oberfläche von Vesta besser verstehen zu können", erklärt Prof. Dr. Ralf Jaumann vom "Institut für Planetenforschung" des "Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt" (DLR.de).

Bis August 2012 wird sich der Abstand zwischen der Raumsonde und dem Asteroiden dann bis auf etwa 200 Kilometer verringert haben. "Ziel der DLR-Forscher ist es, Vestas Oberfläche zur kartografieren und ein dreidimensionales Geländemodell des gesamten Asteroiden zu berechnen, um damit seine Entstehung und Entwicklung verstehen zu können" so die DLR-Pressemitteilung. Mit der Erforschung des Asteroiden erfahren die Wissenschaftler mehr über die Geburtsstunde der Planeten. Dawn war vier Jahre unterwegs und befindet sich augenblicklich in circa 184 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde.

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"Mit Vesta soll zum ersten Mal ein Asteroid über einen längeren Zeitraum aus der Nähe erforscht werden. Neben dem deutschen Kamerasystem (Framing Camera) sind noch ein abbildendes Spektrometer der italienischen Raumfahrtagentur "Agencia Spaziale Italia" (ASI) und ein vom Los Alamos National Laboratory gebauter Gammastrahlen- und Neutronendetektor an Bord der Sonde.

Die aktuelle Aufnahme (s. Abb.) zeigt Vesta vom Südpol (rechts unten) bis hin zu etwa 30 Grad Nord. Das Bild wurde durch den panchromatischen Filter am 24. Juli 2011 während der so genannten Rotation Characterization Sequenz (RC3) aufgenommen. Die Auflösung beträgt 400 Meter/Pixel und zeigt Einschlagkrater unterschiedlicher Größen, Rillen parallel zum Äquator sowie nördlich vom Äquator. Zusätzlich sind dunkele Merkmale innerhalb einiger Krater zu erkennen.

Wie das DLR weiter berichtet gehört "der unregelmäßig geformte Protoplanet Vesta zu den größeren Asteroiden und hat einen Durchmesser von etwa 520 Kilometern. Bei bisherigen Aufnahmen - zum Beispiel des amerikanischen Weltraumteleskops Hubble - konnten die Wissenschaftler am Südpol des Asteroiden eine große, kreisrunde Einsenkung von etwa 460 Kilometern Durchmesser mit einem gewaltigen Gebirge im Zentrum der Struktur entdecken. Das tiefe "Loch" ist vermutlich durch die Kollision mit einem anderen Asteroiden entstanden. Einige der dabei entstandenen Bruchstücke haben den Asteroidengürtel verlassen und kreisen heute um die Sonne - einige dieser Brocken haben als Meteoriten mit ganz charakteristischer Zusammensetzung ihren Weg auch bis zur Oberfläche der Erde gefunden.

Das Bild zeigt ein Mosaik der Äquatorregion Vestas (30 Grad Nord bis 30 Grad Süd). (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Der Asteroid, der am 29. März 1807 von dem Deutschen Heinrich Olbers entdeckt wurde, hat nach seiner Entstehung vor etwa 4,5 Milliarden Jahren eine Phase der Aufschmelzung und Abkühlung durchlaufen, danach aber seine Gestalt und seinen Aufbau nur noch wenig verändert. Somit bietet Vesta eine Art Momentaufnahme der ältesten geologischen Prozesse im Sonnensystem. Zu dieser Zeit verhinderte die starke Anziehungskraft des Planeten Jupiters, dass in der Region des heutigen Asteroidengürtels, in der sich auch Vesta befindet, kein weiterer Planet entstehen konnte: Die einzelnen Fragmente, die bei der Entstehung von Planeten miteinander verschmelzen, brachen hier immer wieder auseinander. Das Ergebnis war der Asteroidengürtel mit seinen nie vollendeten Himmelskörpern."


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Quellen: dlr.de / grenzwissenschaft-aktuell.de
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