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Dienstag, 19. Mai 2009

Kolleg in Potsdam: Die Suche nach außerirdischem Leben

Archiv: Die 1974 mit dem Radioteleskop in Arecibo ins All gesendete SETI-Botschaft (Erl. s. u.) | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Potsdam/ Deutschland - Das diesjährige 13. Leibniz-Kolleg an der Universität Potsdam hat sich der Suche nach außerirdischem Leben verschrieben und will anhand von zahlreichen Vorträgen den aktuellen Stand der Forschung aufzeigen und interdisziplinäre Denk- und Forschungsansätze erklären.

Im 21. Jahrhundert, so die Pressemitteilung, habe die Suche nach außerirdischem Leben konkrete wissenschaftliche Formen angenommen. Auf breiter Basis arbeiten Naturwissenschaftler wie Astrophysiker, Biologen und Geophysiker zusammen intensiv an der Lösung dieser extrem schwierigen und vielschichtigen Aufgabe. "Dort draußen", sagen die Potsdamer Astrophysiker mit dem Blick in den interstellaren Raum, "ist jedoch mehr, als wir uns vorstellen".

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Eine der entscheidenden, grundsätzlichen Fragen laute dabei, wonach suchen wir eigentlich, unter welchen physikalischen Voraussetzungen kann Leben im Universum überhaupt entstehen oder existieren? Eine Frage wie sie Prof. Dr. Philipp Richter vom Institut für Physik und Astronomie der Universität Potsdam in seinem Vortrag "Der kosmische Materiekreislauf" erläutern wird.

Nach dem bisherigen wissenschaftlichen Verständnis ist Leben im Universum nur auf erdähnlichen Planeten und Monden möglich. Jüngste spektakuläre Entdeckungen von extrasolaren Planeten belegen, dass viele Sterne in der Milchstraße Planetensysteme aufweisen, und dass damit die Wahrscheinlichkeit für die Existenz außerirdischen Lebens insgesamt doch sehr hoch ist. Doch wie bilden sich Planetensysteme? Wie entstehen die schweren Elemente, aus denen die felsigen Planeten und Monde, aber auch die Lebensformen selbst, aufgebaut sind? Richters Vortrag gibt einen Einblick in die Entstehung und Entwicklung der schweren Elemente, die die Existenz von Leben im Universum erst möglich machen.

Doch selbst wenn die physikalischen Bedingungen zunächst erfüllt sind, so muss sich organisches Leben unter extremen Bedingungen auch aus biologischer Sicht entwickeln und behaupten können. Auf unserem Planeten lassen sich Extrembedingungen für die Entstehung von Leben beobachten - und modellhaft Rückschlüsse auf das Leben im Universum ziehen. Dr. Elly Spijkerman vom Institut für Biochemie und Biologie der Universität Potsdam widmet sich diesen Sachfragen in seinem Vortrag "Astrobiologie: Können wir Leben auf dem Mars erwarten?" und fokussiert auf die Erforschung von zwei extremen Lebensräumen unserer Erde, welche denen des Mars und des eisigen Jupiter-Mondes Europa durchaus ähnlich sind: "Ein Gletscher in der Antarktis und ein saurer Tagebausee in der Lausitz. Dabei geht es darum, Leben am Limit und die Voraussetzungen des Lebens grundsätzlich zu verstehen: die irdischen Mondlandschaften zeigen überraschendes und spektakuläres Leben."

Höhepunkt der Veranstaltung wird zweifelsohne der Festvortrag von Frank Drake, einem der geistigen Väter des SETI-Projekts sein, das sich der Suche intelligenten außerirdischen Signalen verschrieben hat und gezielt im Radiowellenbereich des elektromagnetischen Wellenspektrums mit Radioteleskopen nach Kommunikationssignalen fremder Zivilisationen sucht. Frank Drake gilt als Pionier und einer der Väter der SETI-Forschung. Der Direktor (emeritus) des SETI-Instituts entwickelte die Drake-Gleichung. Diese Formel gilt seither als Grundlage aller weiterführenden Diskussionen in Bezug auf die Suche nach extraterrestrischem Leben. 1974 sandte er in Zusammenarbeit mit Carl Sagan und weiteren Wissenschaftlern mit dem Arecibo-Radioteleskop eine Botschaft ins All (s. Abb.).

Das vollständige Vortragsprogramm finden Sie HIER

Erläuterung zur obigen Abbildung:
Diese "Binäre Visitenkarte der Menschheit" wurde 1974 vom Radioteleskop in Arecibo ins All gesendet. Sie enthält Angaben über unser dezimales Zahlensystem (s. A); die Atomordnungszahlen der Basiselemente des irdischen Lebens (B); den Doppelhelix-Aufbau der irdischen DNA (C und E); die menschliche Physiognomie (F); unsere durchschnittliche Körpergröße von 176 cm; die damalige menschliche Population von rund 4,3 Milliarden; das die Botschaft sendende Planetensystem und den Ursprungsplaneten (J) sowie zur Sendeeinrichtung (K) und deren Größe von 350 Metern (L)


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