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Samstag, 16. Februar 2008

Erstes multiples Exoplanetensystem durch Microlensing entdeckt


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Die Animation zeigt eine künstlerische Interpretation des neu entdeckten Planetensystems um OGLE-2006-BLG-109L | Copyright: Korea Astronomy and Space Science Institute/Chungbuk National University/ARCSEC

Columbus/ USA - Einem Team internationaler Astronomen ist es erstmals gelungen, ein multiples Planetensystem mittels des so genannten Mikrolinseneffekts (engl. Microlensing) zu entdecken. Die Methode ist zwar arbeits- und zeitaufwendiger als bisherige Methoden der Suche nach Exoplaneten, doch können mit ihr auch kleinere und somit möglicherweise erdähnliche Planeten gefunden werden.

Bislang wurden mehr als 250 Exoplaneten, also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, entdeckt - die meisten davon mit der so genannten Radialgeschwindigkeitsmethode. Diese sucht nach Wackelbewegungen der Zentralgestirne, die durch die Gravitationskräfte der sie umkreisenden Planeten hervorgerufen werden. Da selbst Planetenriesen nur geringe Auswirkungen auf ihre Zentralgestirne haben, wurden mit dieser Methode bislang meist auch nur entsprechend große Exoplaneten entdeckt.

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Mittels "Microlensing" versuchen die Astronomen Planten zu entdecken, indem sie beobachten, wie deren Schwerkraft das Licht von entfernten Hintergrundsternen verzerrt bzw. fokussiert. Da die hierzu notwendigen Bedingungen nur sehr selten gegeben sind, handelt es sich beim Microlensing um eine sehr arbeits- und zeitaufwendige Methode der Planetenentdeckung, mit der allerdings auch kleinere Planeten gefunden werden können.

Wie die Fachzeitschrift New Scientist berichtet, wurde jetzt zum ersten Mal mittels der seit etwa zehn Jahren entwickelten Microlensing-Methode ein System mit mindestens zwei den Zentralstern umkreisenden Planeten ausfindig gemacht. Die Entdeckung gelang durch gemeinsame Anstrengungen des Optical Gravitational Lens Experiment (OGLE) an der Universität von Warschau, dem Microlensing Follow-Up Network (microFUN) an der Ohio State University, dem englischen RoboNet und dem Probing Lensing Anomalies Network (PLANET) unter der Leitung von Scott Gaudi von der Ohio State University.

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Das Planetensystem um OGLE-2006-BLG-109L befindet sich rund 5000 Lichtjahre von der Erde entfernt und wurde von den Forschern seit 2006 ins Visier genommen. Die Beobachtungsdaten lassen auf zwei gewaltige Planeten schließen. Die beiden Planeten haben 71 und 27 Prozent der Masse unseres Jupiters. Da das Zentralgestirn schwächer ist als unsere Sonne, sind auch die Temperaturen der beiden Planeten mit -191° und -214° Celsius kühler als die von Jupiter und Saturn. Weltweit spekulieren Astronomen bereits darüber, ob das OGLE-2006-BLG-109L-System möglicherweise eine kleinere Version unseres Sonnensystems sein könnte und es hier vielleicht sogar erdähnliche Planeten gibt. Zumindest zwei Planeten, die bei uns in etwa Jupiter und Saturn entsprechen, wären bereits bekannt.

Zurzeit wird die Microlesning-Methode lediglich von erdgestützten Teleskopen durchgeführt. Zukünftig, so hoffen die Astronomen, könnten spezielle Weltraumteleskope außerhalb der störenden optisch verzerrenden Erdatmosphäre noch schärfere und somit genauere Beobachtungen ermöglichen.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / space.newscientist.com

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