Montag, 23. November 2009

Historikerin will Schriftzeichen auf Turiner Grabtuch entziffert haben - Handelt es sich um die Bestattungsurkunde Christi?

Die Vorderseite des Turiner Grabtuches im Negativ | Copyright/Quelle: shroud.com

Rom/ Italien - Bereits im vergangenen Juli berichtete die italienische Historikern Barbara Frale davon, auf dem legendenumwobenen Turiner Grabtuch, welches das auf mysteriöse Weise entstandene Abbild des Gekreuzigten Jesus zeigen soll und von vielen Gläubigen als wichtigste christliche Reliquie betrachtet wird, Schriftzeichen gefunden zu haben, die das einen tatsächlich in die Zeit datieren (...wir berichteten). Nun erklärte die Forscherin die Schriftzeichen entziffert zu haben und glaubt, dass es sich um einen Abdruck der Bestattungsurkunde Christi handeln könnte.

Wie Frale gegenüber der italienischen Tageszeitung "La Republica" und in ihrem neuen Buch zum Grabtuch von Turin "La Sindone di Gesu Nazareno" berichtet, könnte es sich bei den abgebildeten Buchstaben und Wortfragmenten um Abdrücke eines verschollenen Schriftstücks handeln, welches bei der Bestattung mit zwischen das Leinen eingeschlagen wurde.

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Frale zeigt sich nun von den von ihr entzifferten Zeichenabfolgen fasziniert, werde doch das Wort "esou" von "nazarenos", beides griechische Formulierungen, gefolgt. Für Frale ein wahrscheinlicher Hinweis auf "Jesus den Nazarener". Hinzu deutet die Angestellte des Vatikanischen Geheimarchivs andere Abdrücke als aramäisch und hebräisch. Das identifizierte Wortfragment "iber" deutet die Historikerin als möglichen Hinweis auf Kaiser Tiberius und somit zugleich als chronologisches Element zur Datierung des Leinens, welches das Tuch somit tatsächlich in die Zeit Christi und dessen Hinrichtung - Tiberius regierte von 14 bis 37 n.Chr. - einordnen würde. Zugleich bezweifelt Frale, dass die Schriftzeichen später von Gläubigen hinzugefügt wurden, da diese von "Jesus Christus" eher nicht als vom "Nazarener" gesprochen hätten.

Mit ihren Ausführungen stößt Frale jedoch auf zahlreiche Kritik: So sei der Sprachenmix aus griechisch, aramäisch, hebräisch und Latein ebenso unüblich für eine Bestattung im Judäa zu Zeiten Christi, wie die Verwendung und Beigaben schriftlicher Urkunden.

Allerdings ist die Entdeckung der angeblichen Schriftzeichen nicht neu und auch Frale begründet ihre Arbeit auf den Darlegungen französischer Grabtuchforscher, die diese schon in den 1990er Jahren veröffentlicht hatten jedoch 1999 von dem Sprachexperten Mark Guscin "keinem grammatikalischen oder historischen Sinn" zugeordnet werden konnten.


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