Dienstag, 12. Juli 2011

Sumatras kleiner Yeti: Ist der Orang-Pendek mit dem Flores-Menschen verwandt?

Der Schädel eines Flores-Menschen | Copyright: Ryan Somma/cc-by.sa 2.0

London/ England - Nachdem bekannt wurde, dass eine erneute Expedition auf der Suche nach dem kleinen Yeti Sumtaras, dem sogenannten Orang-Pendek, Mitte September nach Indonesien aufbrechen wird (...wir berichteten), hat sich der Expeditionsleiter, der Krpytozoologe Adam Davies zur Frage geäußert, ob der Kryptid möglicherweise mit dem Flores-Menschen verwandt sein könnte.

Wie Davies auf "TheParanomalist.com" ausführt, ist diese Frage gerade vor dem Hintergrund der Fakten zu den beiden Wesen nicht unbegründet: "Zum einen leben bzw. lebten beide Arten auf der selben Inselkette. Zum anderen reichen die lokalen Legenden und Erzählungen über beide (bzw. ihre Hinterlassenschaften) Jahrhunderte zurück. Es ist also zumindest vorstellbar, dass die beiden Arten miteinander verwandt sein könnten."

Davies verweist unter anderem auf einen Artikel von Henry Gee, einem der Chefredakteure der Fachzeitschrift "Nature" (Flores, God and Cryptozoology), dass Biologen bis in die 1970er Jahre davon ausgingen, dass sie Entwicklung des Lebens in einer geradlinigen Linie von einfachen Lebensformen bis hin zum Menschen verlaufen sei. Heute wissen wir, dass dem nicht so war "und dass die Evolution des Menschen eher einem Busch als einer Leiter gleicht. (...) Erst in seiner jüngsten Vergangenheit erlebte der Homo Sapiens die Tatsache, dass er die einzige Art Mensch auf dem Planeten Erde ist."

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Auch von den Flores-Menschen (Homo floresiensis), einer heute ausgestorbene Art der Gattung Homo (Mensch), die sich durch ihre geringe Körpergröße von nur einem Meter und einem ebenfalls geringen Gehirnvolumen auszeichnete, ist bekannt, dass die noch vor wenigen tausend Jahren existiert hatten.

Allerdings unterstreicht der Forscher, dass er selbst nicht davon ausgeht, dass es sich bei dem Orang-Pendek um überlebende Flores-Menschen handelt und erläutert hierfür folgende Gründe:
"Schon die Beschreibung der Physiologie des gerade einmal einen Meter großen Flores-Menschen und sein nahezu schmächtiger Körperbau unterschiedet ihn von den Beschreibungen des Orang-Pendek. Dieser wird, so die Augenzeugenzeugen, immerhin noch bis zu eineinhalb Meter groß und soll sehr muskulös sein. Ein Farmer will beispielsweise eine Orang-Pendek aus direkter Nähe in seiner Scheune gesehen haben und beschrieb vor allem den auffallend großen Torso. Andere Zeugen vergleichen den Muskelaufbau des Kryptiden mit dem von Schimpansen. Ich selbst habe Belege dafür gesehen, dass ein einziger Orang-Pendek in der Lage ist, einem Baumstamm beiseite zu bewegen, der von drei Männern bewegt werden musste. Analysen von möglichen Orang-Pendek-Haaren legen zudem nahe, dass es sich um eine bislang noch unbekannte Primatenart handelt." Es stimme zwar auch, dass der Orang-Pendek ein menschenähnliches Gesicht haben soll, doch treffe diese Beschreibung auch etwa auf Gibbons zu. "Doch das ist auch die einzige physiologische Gemeinsamkeit mit uns Menschen."

Auch die Verhaltensmuster der beiden Arten scheinen sich deutlich voneinander zu unterscheiden: "So war der Flores-Mensch in der Lage, Feuer zu machen und sein Essen auf diese Weise zuzubereiten. Er nutzte Steinwerkzeuge, die jenem des frühen Homo Sapiens gleichen. Im Gegensatz dazu gibt es bislang keinen Hinweis darauf, dass der Orang-Pendek Feuer machen kann und seine Nutzung von Werkzeugen, wie sie von bisherigen Zeugen beschrieben wurde, scheint am ehesten mit der von Schimpansen vergleichbar zu sein." Auch sei nicht klar, ob auch der Orang-Pendek, ähnlich wie dies anhand der Funde beim Flores-Menschen nachgewiesen werden kann, ein soziales Wesen ist. Stattdessen scheine der Orang-Pendek ein Einzelgänger zu sein, da Schilderungen von Sichtungen von mehr als einem Exemplar sehr selten sind.

"Ich habe keine Zweifel daran, dass der Orang-Pendek existiert", so Davies. "Die Länge an wissenschaftlichen Beweisen habe ich in meinem Artikel 'A New Primate Species in Sumatra' im Magazin 'Edge Science' dargelegt. (...) Es ist ziemlich eindeutig, dass es sich Homo floresiensis und Orang-Pendek um zwei sehr unterschiedliche Arten handelt. Eine davon ist leider schon ausgestorben, die andere steht möglicherweise kurz davor."

Hintergrund: Der Orang-Pendek
Wie zahlreiche andere teilweise nur wenig erforschte Waldregionen, so kennt gerade auch die indonesische Inselwelt ihre eigenen Varianten legendenumwobener Waldmenschen: Der Orang-Pendek (dt.: Kleiner Mensch) soll ein Primat sein, der vornehmlich auf Sumatra beheimatet sein soll. Der Orang-Pendek soll sich - so Zeugenaussagen - von anderen Primaten vor allem durch seine geringere Größe sowie durch seinen aufrechten Gang unterscheiden.

Aufgrund der Ähnlichkeit des Orang-Pendek und gefundenen menschenähnlichen Fußspuren glauben einige Kryptozoologen, dass verschiedene, paläoanthrope Hominiden Vorfahren des Orang-Pendek sein könnten. Hierfür kämen der Homo erectus, dessen Überreste auf der Nachbarinsel Java entdeckt wurden, der Homo floresiensis, der auf der nahe gelegenen Insel Flores lebte, und der Paranthropus in Frage.

Deborah Martyr, eine britische Orang-Pendek-Forscherin, konnte "Fauna & Flora International" (FFI) davon überzeugen, sie bei der Suche nach dem Orang-Pendek zu unterstützen. Sie und ihr Team geben an, mittlerweile vier Individuen anhand ihrer Fußabdrücke unterscheiden zu können. Die längste Fährte, bestehend aus zwanzig Fußabdrücken, hinterließ dabei der so genannte Marathon Man. Marty stellt außerdem fest, dass, aufgrund der massiven Zerstörung seines Lebensraumes, das Überleben der Art stark gefährdet sei. Dafür spricht jedenfalls die große Abnahme von Sichtungen innerhalb der letzten fünfzig Jahre. Die Expedition förderte unzählige Fußabdrücke und Haarbüschel zutage, die keiner bekannten Art zugeordnet werden konnten (Q: wikipedia.de).

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / theparanormalist.com
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