Freitag, 26. November 2010

Zweifel an Herkunft des Mondwassers

Vollmond | Copyright: Torsten Edelmann, wonderplanets.de

Charlottesville/ USA - Der Nachweis von Wasser, gebunden im Mondboden hat unsere Vorstellung vom Erdtrabanten als staubtrockene Ödnis revolutioniert. Doch woher das Mondwasser stammt bzw. wie es entsteht, ist immer noch umstritten. Eine Simulation bezweifelt nun die bislang von den meisten Forschern akzeptierte Theorie, wonach sich die Wassermoleküle durch Interaktion des Mondbodens mit Partikeln des Sonnenwinds entstehen.

Die bisherige Erklärung geht davon aus, dass das Wasser durch eine chemische Reaktion der Sauerstoffatome im Mondboden mit dem Sonnenwind entsteht, wenn diese die Wasserstoffkerne des Sonnenwindes erlangen und dadurch Wassermoleküle (H2O) und einfache Hydroxyl-Moleküle (OH) entstehen lassen.

Ein Team von Wissenschaftlern um Raúl Baragiola von der "University of Virginia" zweifelt nun an dieser Erklärung für das Mondwasser: "Der Sonnenwind kann nicht genügend Wasser produzieren, um damit die Messdaten der drei unabhängigen Missionen (Deep Impact, Cassini und Chandrayaan-1) zu erklären."

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Zu dieser Schlussfolgerung gelangten die Forscher, nachdem sie Ilmenit- und Anorthitkristalle, den am häufigsten auf dem Mond vorkommenden Mineralien, in einem Vakuum mit Protonen beschossen. Das Ergebnis zeigte keine Hinweise darauf, dass bei diesem Prozess Wasser oder Hydroxyl entstanden. Stattdessen zeichnete sich sogar das Gegenteil ab, als die Protonen jegliche Spuren von in den Mineralien zuvor noch vorhandenem Wasser, schon nach 24 Stunden Bestrahlung zerstört hatten. Ihre Ergebnisse haben die Forscher aktuell im Fachmagazin "Icarus" beschrieben.

Gegenüber dem "New Scientist" zeigt sich auch Carle Pieters von der "Brown University" in Providence, der einst die Daten von "Chandrayaan-1" analysiert hatte, von den Ergebnissen der Simulation überrascht. Andere Forscher wie der Planetengeologie Jeffrey Gillis-Davis von der "University of Hawaii" glauben hingegen weiterhin, dass die bisherige Erklärung weiterhin zutreffen kann, da sich wirklicher Mondboden anders verhalten könnte, als die für die Simulation verwendeten Kristalle. Prozesse wie der vermutete, könnten sich möglicherweise in dem puderartigen Mondboden einstellen, während sie anhand von Kristallen ausbleiben.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / virginia.edu / newscientist.com / dx.doi.org
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