Mittwoch, 27. April 2011

Finanznot: SETI schaltet "Allen Telescope Array" ab

Eine der Teleskopantennen der "Allen Telescope Array" | Copyright: seti.org

Mountain View/ USA - Aufgrund fehlender Gelder hat das SETI Institute seine Radioteleskopanlage in Kalifornien vorerst abgeschaltet. Das derzeit aus 42 Antennen bestehende Radiointerferometer wird neben astronomischen Beobachtungen hauptsächlich zur Suche nach Signalen außerirdischer Intelligenzen genutzt. Der notwendige Schritt kommt für die "Suche nach ExtraTerrestrischer Intelligenz" denkbar ungelegen, erläutert der wissenschaftliche Leiter des Instituts Seth Shostak gegenüber "grenzwissenschaft-aktuell.de".

In einem Schreiben an bisherige Spender und Finanziers der Anlage vom 22. April 2011 hat der Geschäftsführer des "SETI Institute" (seti.org), Tom Pierson erklärt, dass man die "Allen Telesope Array" (ATA) bis auf weiteres in einer Art "Winterschlaf" versetzt habe.

Die Zwangspause für die Suche nach Signalen außerirdischer Intelligenzen, wie sie in den USA vom "SETI Institute" koordiniert und durchgeführt wird, kommt zudem zu einem gänzlich unpassenden Zeitpunkt, stehen SETI doch seit wenigen Wochen konkrete Koordinaten zur Verfügung, in deren Richtung das Weltraumteleskop "Kepler" potentiell erdähnliche Planeten in fernen Sonnensystemen entdeckt hat (...wir berichteten 1, 2, 3).

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Seth Shostak | Copyright: seti.org

Gegenüber "grenzwissenschaft-aktuell.de" bestätigte der wissenschaftliche Leiter des "SETI Institute" im kalifornischen Mountain View, Seth Shostak, die Meldung: "Ja, es stimmt: Die 'Allen Telescope Array' befindet ist derzeit abgeschaltet jedoch betriebsbereit im "Winterschlaf-Modus" und das auch schon seit dem 15 April 2010. Der Grund hierfür ist die Reduzierung der Forschungsgelder durch den kalifornischen Staat an seine Universität in Berkely. Auch die Gelder der 'National Science Foundation' wurden reduziert, was zusammengenommen zu einer Finanzkrise für unsere Arbeit mit der ATA geführt hat."

Weiterhin führt Shostak gegenüber unserer Redaktion aus, dass dieser Zustand "in umfangreichen Ausmaß die Suche nach Signalen behindert, wie sie nicht nur beweisen würden, dass es im All Leben gibt, sondern auch, dass dieses Leben zumindest genau so intelligent ist, wie wir."

Shostak hofft jedoch, dass sich für das Problem eine Lösung finden lässt: "Vielleicht finden sich doch noch Regierungsgelder, die zu Betrieb der Anlage genutzt werden können und dann gibt es ja auch noch die Möglichkeit, den Betrieb durch private Spenden zu finanzieren, schließlich wird seit 1993 ein Großteil der Gelder von Privatpersonen und nicht von der Regierung zur Verfügung gestellt."

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Die "Allen Telescope Array" wird vom "SETI Institute" in Kooperation mit dem "Radio Astronomy Laboratory" (RAL) an der "University of California" betrieben. Derzeit verfügt die sich noch im Bau befindliche Anlage, nordöstlich von San Francisco, über 42 von insgesamt 350 geplanten und auf rund einem Kilometer Durchmesser platzierten Antennen für die Suche im Zentimeterwellenbereich (Frequenzen von 0,5 bis 11,2 GHz).

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