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Montag, 7. Juni 2010

Extremophile Bakterien - Leben auf dem Mars auch heute noch möglich

Die "Lost Hammer"-Quelle auf der Axel-Heiberg-Insel in Norden Kanadas | Copyright: Dept. Natural Resource Sciences, McGill University, Montreal
 
Montreal/ Kanada - Kanadische und US-amerikanische Wissenschaftler kommen in einer aktuellen Studie zu dem Schluss, dass auch unter den heutigen Umweltbedingungen auf dem Roten Planeten irdische Mikroben überleben könnten. Die Forscher begründen ihre Schlussfolgerungen mit der Entdeckung von Bakterien, die sich von Methan ernähren und sogar unter Bedingungen der extrem kalten und salzhaltigen Quelle auf Axel Heiberg, einer Insel im hohen Norden Kanadas, überleben können.

Die Experten um Dr. Lyle Whyte von der McGill University in Montreal erklären in ihrem Artikel im "International Society for Microbial Ecology Journal", dass die "Lost Hammer"-Quelle Quellen gleicht, wie es sie einst und möglicherweise sogar noch heute auf dem Rote Planeten gab und gibt.

Aufgrund seines hohen Salzgehalts bleibt das Wasser der "Lost Hammer"-Quelle auch bei tiefen Minustemperaturen flüssig, verfügt jedoch über keinerlei Sauerstoff. Stattdessen steigen große Blasen aus Methan an die Oberfläche, wie sie unter Wissenschaftlern zu der Annahme geführt haben, dass das Gas entweder durch geologische oder aber auch biologische Prozesse erzeugt wird.

"Wir waren überrascht, als wir in diesem extrem salzhaltigen und kalten Wasser tatsächlich zwar keine Bakterien fanden, die das Methan erzeugten, dafür aber einzigartige von Sauerstoff unabhängige Organismen, die sich von dem Methan ernähren und wahrscheinlich Sulfate statt Sauerstoff atmen", erläutert White.

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Erst kürzlich, so erläutern die Forscher weiter, wurde nachgewiesen, dass es auch auf dem Mars Methan und Wasser in gefrorener Form gibt. Fotos des "Mars Orbiter" zeigen sogar die aktuelle Entstehung von Abflussrinnen, auch wenn sich die Forscher immer noch uneins darüber sind, was diese Rinnen tatsächlich formt (...wir berichteten 1, 2, 3, 4). Eine mögliche Antwort könnte sein, dass es auf dem Mars auch heute noch Quellen wie die "Lost Hammer"-Quelle in Norden Kanadas gibt.

"Die wichtigste Erkenntnis unserer Untersuchungen von 'Lost Hammer' ist, dass es keine Rolle spielt, wie das Methan entsteht", so White. "Wir wissen jetzt, dass es auch in solchem sehr kalten und extrem salzhaltigen Wasser Leben geben kann. Schon die 'Axel Heiberg'-Insel selbst ist für gewöhnliches Leben sehr unwirtlich – aber 'Lost Hammer' übersteigt diese Bedingungen noch um ein Einiges. Es gibt auf dem Mars Orte, an welchen die Oberflächentemperaturen zwischen -10 und 0 Grad Celsius erreichen können, vielleicht sogar darüber hinaus. Auf Axel Heiberg wird es sehr leicht bis zu –50 Grad kalt. Die 'Lost Hammer'-Quelle ist die bislang kälteste und zugleich salzhaltigste Umgebung für Leben, die wir bislang auf der Erde entdeckt haben. Zudem liefert dieser Ort ein Modell dafür, wie ein Methanausstoß auch auf dem frostigen Mars entstehen könnte. Somit könnten vielleicht auch die ebenfalls erst kürzlich auf dem Roten Planeten entdeckten Methanabgaben erklärt werden (...wir berichteten 1, 2, 3)".

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