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Mittwoch, 2. Juni 2010

Britische Kronanwälte stellen sich hinter UFO-Hacker McKinnon

Gary McKinnon mit seiner Mutter Janis Sharp | Copyright: freegary.co.uk

London/ England - Mehrere britische Kronanwälte haben sich im Fall des geständigen "UFO-Hackers" Mary McKinnon erneut zu Wort gemeldet und die bisherige Haltung von britischer Justiz und Regierung vor den Kopf gestoßen. Laut den Experten seien die Behörden durchaus politisch in der Lage, das Auslieferungsverfahren gegen McKinnon an die USA zu stoppen.

Nachdem zuvor die neue Innenministerin Theresa May eine einstweilige Aufhebung des Auslieferungsverfahrens in Aussicht gestellt hatte (...wir berichteten), hatte sich erst vor wenigen Tagen der neue Vize-Premierminister Nick Clegg in einem Interview mit der BBC überraschend zurückhaltend gezeigt und erklärt, auch ihm, sowie der Innenministerin und selbst dem Premierminister sei es nicht möglich, das bereits eingeleitete und gerichtlich beschlossene Verfahren komplett umzudrehen oder "bestimmte juristische Aspekte" ungeschehen zu machen (...wir berichteten). Das entsprechende Prüfungsverfahren durch May ist derzeit im Gange und Beobachter erwarten, dass bis zu einer Entscheidung der Innenministerin noch mehrere Wochen vergehen könnten.

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Als Reaktion auf Cleggs Kehrtwende erklärte die Verteidigung McKinnons, dass Clegg verstehen müsse, dass eine Aufhebung des Verfahrens, etwa durch die Innenministerin, aufgrund medizinischer Bedenken angesichts des bei McKinnon diagnostizierten Asperger-Syndroms (einer Form von Autismus), keine Gerichtsentscheidungen unterlaufen würde. Ähnlich sehen dies, laut "Daily Mail" auch die Kronanwälte Tim Owen und Julian Knowles - letzterer gehört zu den Experten für Auslieferungsverfahren. Das Gesetzt übertrage zwar die Hauptverantwortung in solchen Fällen den Gerichten, doch liege diese Verantwortung nicht exklusiv bei den Gerichten, sondern auch in der Macht zuständiger Minister. Aus diesem Grunde, so die Experten, liege es durchaus in deren politischer Macht und sogar in der Verantwortung, etwa des Innenministers bzw. der Innenministerin, einem Auslieferungsverfahren zu widersprechen, selbst wenn Gerichte bereits anderweitig entschieden hätten. Voraussetzung hierfür seien beispielsweise gesundheitliche oder menschenrechtliche Gründe.

Auch Kronanwalt Lord Carlile, juristischer Experte für Terrorismusangelegenheiten, unterstützt diese Position und nennt die bisherigen Aussagen und Einschätzungen der vorigen und aktuellen Regierungsvertreter und beteiligten Richter schlichtweg falsch. In seinem Schreiben begrüßt er die derzeitige Entscheidung der Innenministerin und hält ihre Bedenken gegen eine Auslieferung McKinnon für berechtigt. Alleine ein Missverständnis der juristischen Sachlage solle nicht der Grund für die Auslieferung eines bedauernswerten und fehlgeleiteten britischen Bürgers sein.

Statt an die USA ausgeliefert zu werden, solle dem geständigen Hacker in Großbritannien der Prozess gemacht werden und hier solle er ebenfalls die zu erwartende Strafe antreten. Auch weitere Rechtsexperten teilen die Ansicht des Kronanwalts. Das britische Justizsystem sei durchaus in der Lage in angemessener Form mit einem Fall wie McKinnon vor einem eigenen Gericht umzugehen und eine Auslieferung und Haft in den USA sei unnötig. Nach nunmehr acht Jahren müsse endlich eine mittlerweile absolut überfällige und bindende Entscheidung getroffen werden.

Im Fall McKinnon gehe es jedoch nicht nur um Auslieferung oder Freilassung des Angeklagten. Carlile fordert eine eigene britische Untersuchung der Anschuldigungen und Beweise. Sollten diese dann gegen McKinnon sprechen, sollte er auch seine gerechte Strafe bekommen. Grundlage für ein solches Verfahren sei jedoch, dass die britische Regierung endlich ihre Verantwortung erkenne, statt diese an eine fremden Gerichtsbarkeit abzugeben.

Hintergrund:
Auf der Suche nach geheimen Dokumenten und Beweisen für UFOs und Außerirdische, ist der Brite in rund 90 militärische, Regierungs- und NASA-Computer eingedrungen und habe diese dabei - so die Anklage - beschädigt. Das geheimste von McKinnon gehackte System, war die "Naval Air Weapons Station China Lake", eine Anlage die Waffensysteme für das US-Militär entwickelt.

In den von McKinnon gehackten Systemen, will er Informationen und Beweise für außerirdische Technologie, eine Liste "mit Namen außerirdischer Offiziere und Schiffe und Güterverkehr, sowie ein Bild eines, wie er sagt "UFOs mit perfekter, glatter Oberfläche" gefunden haben.

Auf Rechnern der NASA gebe es zudem Beweise, dass aus deren Aufnahmen UFOs absichtlich herausretuschiert wurden und werden, wie er in einem interview mit der BBC bestätigt. Allerdings gehen McKinnons Aussagen kaum über bereits bekannte Inhalte anderer Verschwörungstheorien hinaus.

Laut McKinnon seien die Systeme jedoch nicht sonderlich gesichert gewesen. Teilweise seien die angeblich so sensiblen Rechner lediglich mit abgelaufenen Passwörtern geschützt oder gänzlich ohne Passwortschutz abgesichert gewesen. Es habe sich also nicht einmal um wirkliches Computer-Hacking gehandelt.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / dailymail.co.uk / freegary.co.uk
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