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Mittwoch, 29. September 2010

"Junge von Stonehenge" stammte vom Mittelmeer

Das Skelett des "Jungen mit der Bernsteinkette" | Copyright/Quelle: BBC

London/ England - 2005 entdeckten Archäologen in einem Grab, rund fünf Kilometer vom Stonehenge entfernt, die 3.500 Jahre alten sterblichen Überreste eines Jugendlichen. Eine aktuelle Analyse belegt nun, dass der Junge jedoch nicht aus England stammt, sondern am Mittelmeer aufwuchs.

Neben dem Skelett fanden die Archäologen im Grab des Teenagers 90 Bernsteinperlen, die einst zu einer Kette zusammengefasst waren. Der Ort des Grabes und die Grabbeigabe deuten auf eine sozial hochgestellte Position des Jungen hin.

Anhand chemischer Analysen unterschiedlicher Formen von Sauerstoff und Strontium, wie sie im Trinkwasser und lokalem Gestein vorkommen und sich im Zahnschmelz finden, der sich in den Kinder- und Jugendjahren bildet, glauben die Forscher um Professor Jane Evans von der "British Geological Survey" (BGS) sagen zu können, dass der bronzezeitliche "Junge mit der Bernsteinkette" am Mittelmeer aufwuchs.

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Auch die Beigabe in Form der Bernsteinkette deute auf die Interpretation der sozialen Stellung des Jungen hin, da diese keine gewöhnliche Grabbeigabe darstelle, bestätigt auch Dr. Andrew Fitzpatrick von der "Wessex Archaeology" gegenüber der BBC. Die Archäologen glauben, dass der Bernstein von der Ostsee stammt.

Bereits zuvor hatten Zahnschmelzanalysen des sogenannten "Bogenschützen von Stonehenge" gezeigt, dass dieser einst in der deutschen Alpenregion aufgewachsen war. Gemeinsam mit den aktuellen Untersuchungen festigt sich somit die Vorstellung der Archäologen von Stonehenge als einem europäischen Pilgerzentrum. Warum die Menschen der Bronzezeit die weiten Reisen ins südwestliche England auf sich genommen haben, wissen die Forscher noch nicht genau.

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