Samstag, 6. November 2010

Kritik an archäologischen Grabungen in Roswell

Die legendäre Titelseite des „Roswell Daily Record“ vom 9. Juli 1947 zum Roswell-Absturz: Roswell Army Air Field findet Fliegende Untertasse auf Ranch in der Roswell Region

Corona/ New Mexico - Nachdem Forscher der "University of New Mexico" (UNM) bereits im Sommer 2002 Grabungen nach Hin- und Beweisen für den Absturz eines außerirdischen Raumschiffs nahe Roswell im US-Bundesstaat New Mexico im Jahr 1947 durchgeführt hatten (...wir berichteten), kehrten Archäologen der Universität nun im Auftrag des TV-Sender "SciFi Channel" erneut zurück, um nach dem Roswell-UFO bzw. dessen möglichen Hinterlassenschaften zu suchen. Wissenschaftler der Universität kritisieren diese "Auftragsgrabung" nun als Pseudowissenschaft, ohne sich jedoch grundsätzlich gegen derartige Untersuchungen im Fall Roswell auszusprechen.

Basierend auf den Vermutungen der Roswell-Untersucher Don Schmitt und Tom Carey über den angeblichen genauen Absturzort des Roswell-Raumschiffs, beauftragte der US-Sender "SciFi Channel" ein Team von Archäologen um Dick Chapman, den Direktor des "Office of Contract Archaeology" (Abteilung für Vertrags/Auftragsarchäologie) an der UNM und zahlte hierfür, so ein Bericht des lokalen Nachrichtensenders "KRQE" (krqe.com), insgesamt 26.000 Dollar.

Unter Anleitung des sich im Ruhestand befindenden UNM-Archäologen Dr. Bill Doleman, der bereits die Grabungen 2002 betreut hatte, fertigten die Archäologen Probebohrungen an der vermeintlichen Absturzstelle an, um in diesen nach neustem wissenschaftlichen Standard nach Hinwiesen der vieldiskutierten Ereignisse um den angeblichen Absturz eines außerirdischen UFOs 1947 zu suchen.

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"Ich liebe Science-Fiction, aber ich denke nicht, dass sich eine Abteilung einer Universität damit beschäftigen sollte", kritisiert Dave Thomas von der lokalen Skeptiker-Organisation "New Mexicans for Science & Reason" das Projekt. "Vielleicht sollte die UNM darüber nachdenken, den Namen von 'College of Arts and Sciences' in 'College of Arts and Science Fiction' umzubenennen. (...) Ich denke, dass die UNM-Wissenschaftler sich da in eine gewaltige Übung in Pseudowissenschaft verfangen haben."

Hauptgrund für Thomas' Kritik ist, so berichtet KRQE, dass die Grabungen an einem Ort durchgeführt, der präzise als Absturzstelle des vermeintlichen Roswell-Objekts bezeichnet wurde. Für eine derartige Behauptung gäbe es jedoch keinerlei eindeutige Belege. Es handele sich lediglich um die Schlussfolgerungen der gerade von UFO-Skeptikern kritisierten UFO-Forscher Schmitt und Carey.

"Der Wert der 'Alien-Grabung' der UNM-Archäologen wird von der Vermutung diktiert, dass dort tatsächlich ein UFO abgestürzt sei. Doch wo genau sich dieser Absturzort befindet, ist doch von großer Wichtigkeit. (...) Sollte [nahe Roswell] also wirklich eine Fliegende Untertasse abgestürzt sein, so ist eine Grabung an irgendeinem Ort der Gegend völlig sinnlos, wenn die Absturzstelle nicht präzise bekannt ist", so Thomas weiter.

Dieser Kritik schließt sich auch Doleman an: "Der 'SciFi Channel' wollte an der Rosell-Absturzstelle graben lassen. Die Frage ist nur: Befindet sich diese auch dort, wo gegraben wurde?"

Tatsächlich wurde die Grabungsstelle nicht von den Archäologen, sondern vom 'SciFi-Channel' unter der bereits erwähnten Vorgabe von Schmitt und Carey ausgewählt. "Die Grabungen selbst wurden nach wissenschaftlichen Standards durchgeführt", bestätigt Doleman. "Die Auswahl des Grabungsorts nicht."

Trotz der Aufwände konnte die Auswertung der Grabungen zumindest keine Hinwiese auf einen Absturz eines exotischen Flugobjekts an der Grabungsstelle liefern.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / krqe.com
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